10. Februar 2017, 08:00 Uhr

Überspannung als Ursache

S-Bahn fährt wieder bis Friedberg

10. Februar 2017, 08:00 Uhr
Die beiden Baugruppenteile sind von der Überspannung schwer gezeichnet; rechts liegt ein neues Teil. (Foto: lod)

»So eine große Störung in einem elektronischen Stellwerk hatten wir in unserem Bereich noch nie«, sagte Stefan Zander, Leiter der Produktionsdurchführung Frankfurt, am Donnerstag vor dem Elektronischen Stellwerk (ESTW) in der Hanauer Straße. Dorthin hatte die DB AG zu einer Pressekonferenz eingeladen, zu der Pressesprecher Thomas Bischoff drei Kamerateams und ein Dutzend Pressevertreter begrüßte. Notfallmanager Dieter Richter, der technische Verantwortliche für das Stellwerk, erläuterte, wie es zu dem enormen Schaden in den Leitungen sowie im Stellwerk gekommen war. »Die Überspannung in der Fahrleitung in Richtung Assenheim setzte sich in den Kabelkanälen fort und erreichte so das Stellwerk.« Bei 15 Kilovolt Spannung nutzten auch alle Back-up-Systeme nichts. Neben den Leitungen wurden mehrere 100 Leitungsüberwacher und Baugruppenteile völlig zerstört oder schwer beschädigt.

 

Ersatzverkehr auf Hanau-Strecke

 

Von den 30 Rechnern, die den Bereich von Bad Nauheim bis vor Nieder-Wöllstadt und bis kurz vor Nidderau steuern, mussten sechs vollständig ersetzt werden. Welche Kraft dieser Stromschlag hatte, wurde anhand einiger ausgewechselter Kabel und Bauteile deutlich. »Es hat nicht gebrannt, die Kabel und Bauteile sind durchgeschmort. Die durch Rauchmelder alarmierte Feuerwehr musste lediglich die Stellwerksräume entlüften«, sagte Bischoff. Bis zu 40 Mitarbeiter von Bahn und Hersteller Tales sind im Einsatz, um den Schaden zu beheben. Zander: »Jede einzelne Phase der Elektronik muss neu durchgemessen werden.« Bischoff hatte erfreuliche Nachrichten für die Pendler: »Seit heute, 13 Uhr, können wir zwischen Friedberg und Wöllstadt wieder signalmäßig fahren. Wir sind aber noch am testen.« Später meldete die Bahn: »Die Störung im Stellwerk Friedberg ist zum größten Teil behoben. Lediglich zwischen Friedberg und Assenheim wird noch an den Signalkabeln gearbeitet. Für die Relation Friedberg-Nidderau wurde daher ein Ersatzkonzept mit Bussen erstellt.« Dieser Busersatzverkehr sei vom 10. bis 20. Februar gültig. »Die S-Bahnen der Linie S6 fahren ab der nachmittäglichen Hauptverkehrszeit auf dem Regelweg halbstündlich von Frankfurt-Süd ohne Einschränkungen bis Friedberg sowie viertelstündlich bis Groß-Karben.

Der Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Nieder-Wöllstadt und Friedberg entfällt. Auf der Strecke nach Hanau müssen die Kabel komplett durchgemessen werden, was noch einige Tage dauern kann. Bis dahin müssen die Bahnfahrer auf den Busersatzverkehr zwischen Nidderau und Friedberg ausweichen. »Wo genau dieser enorme Kurzschluss ausgelöst wurde, wissen wir noch nicht«, sagte Zander. Auch über die Kosten konnte er noch keine Auskunft geben – außer: »Das wird sehr teuer.«

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