16. Oktober 2017, 19:39 Uhr

Romantische Streichermusik

16. Oktober 2017, 19:39 Uhr
Gefühlvoll spielt das Kur-Sinfonieorchester die ersten Klänge. (Fotos: cor)

Innige, gefühlvolle Streicherserenaden oder aneinandergereihte Tanzsätze der Holberg Suite: Mit ihrer romantischen Streichermusik haben die Musiker des Kur-Sinfonieorchesters am Freitag ihr Publikum im großen Konzertsaal der Trinkkuranlage begeistert. Vier anspruchsvolle und zugleich auch feurige Werke wählten Konzertmeister Michael Strecker am 1. Pult und Chefdirigent Steven Lloyd-Gonzalez für das Streicherkonzert aus. Das Orchester entführte das Publikum in die Zeit der Romantik, angehaucht mit Barock und auch Spätromantik.

Eröffnet wurde das Streicherkonzert mit der Holberg Suite von Edvard Grieg. Seine Suite »Aus Holbergs Zeit« komponierte Grieg ursprünglich für das Klavier. Erst ein Jahr später adaptierte er das Werk für ein Streicherorchester, wie Michael Strecker, der die Moderation des Abends übernahm, dem Publikum erklärte. Die Suite bestehe von der Einführung und einer Reihe an Tänzen. »Obwohl es nicht so berühmt ist wie Griegs Bühnenmusik von »Peer Gynt«, die ebenfalls als Suite arrangiert ist, betrachten viele Kritiker die Werke als gleichwertig«, sagt Strecker. Grieg komponierte die Suite mit den fünf Sätzen Präludium, Sarabande, Gavotte, Air und Rigaudon anlässlich des 200. Geburtstags des dänisch-norwegischen Dichters Ludvig Holberg im Jahr 1884. Formal ist der Stil der Musik den typischen höfischen Tanz- und Liedformen des frühen 18. Jahrhunderts nachempfunden, während die melodisch-harmonischen Anleihen in einem deutlich neoklassizistischen Stil, einem »romantischen« Blick auf die Musik der Klassik, gehalten sind.

Persönliche Premiere

Acht Jahre später, im März 1892, komponierte Edvard Elgar seine Streicherserenade e-Moll, die vier Jahre später in Antwerpen uraufgeführt wurde. »Sie gehört zu den häufigsten aufgeführten Werken Elgars«, erklärte der Konzertmeister. Das Streicherorchester präsentierte diese vor der Pause.

Der zweite Konzertteil startete mit Samuel Barbers berühmtem »Adagio for Strings«. »Es wurde zum ersten Mal am 5. November 1938 von Arturo Toscanini aufgeführt, der das NBC Symphony Orchestra in einer Radiosendung von NBC Studio 8H dirigierte«, so Strecker, der mit dem Werk auch eine persönliche Premiere feiern konnte. »Das erste Mal, dass ich es selbst in einem Konzert spielen darf.«

Den Abschluss bildete schließlich Antonín Dvoráks Streicherserenade in fünf Sätzen. Das Publikum bedankte sich mit großen Beifall für das besondere Konzert.

Das »Kur-Sinfonieorchester Bad Nauheim« hat bereits weit über die Stadtgrenzen hinaus einen klangvollen Namen: So gastierte das Orchester unter seinem Chefdirigenten Steven Lloyd-Gonzalez im April 2017 im Royal Opera House in Oman oder zuletzt in Frankfurt zum Jubiläum »300 Jahre Freimaurer« und rief Begeisterung beim Publikum hervor.

Schon einmal vormerken sollte man sich die Termine der Neujahrskonzerte am 4. und 5. Januar. Dann präsentiert sich das Kur-Sinfonieorchester wieder ganz im Stil der Wiener Philharmoniker.

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