17. Mai 2019, 20:33 Uhr

Rodheim wieder mit Poststelle

17. Mai 2019, 20:33 Uhr
Herzlich willkommen in der ehemaligen Sakristei: Pfarrer Lothar Berger begrüßt die Betreiberin der neuen Poststelle, Bianca Weitershausen.

Für Armin Schüßler, Filialbetreuer der Deutschen Post AG, ist die am Freitag in Betrieb genommene Poststelle in der Rodheimer Hauptstraße »die erste Poststelle, wo die Kirche ein Auge drauf hat«. Das meinte er schmunzelnd anlässlich der offiziellen Eröffnung der Poststelle, auf welche die Bevölkerung schon seit dem Herbst gewartet hatte. Nach Schließung der Filiale in der Hauptstraße 47, wo Gerhard Geier neben einem kleinen Zeitschriftenladen seit rund 20 Jahren auch Postdienste angeboten hatte, gab es ab dem 23. Oktober 2018 keine Möglichkeit mehr, Pakete im Ort aufzugeben oder Briefmarken zu kaufen.

Geier, der bereits das Rentenalter erreicht hatte, sah keine Wirtschaftlichkeit mehr für seinen Laden, nachdem der Postbank-Service abgezogen worden war. Er machte das Geschäft dicht. Seine Mitarbeiterin Bianca Weitershausen, die bei ihm seit dem Jahr 2000 für die Postdienste zuständig gewesen war, ist nun die neue Betreiberin der Poststelle (jetzt Hauptstraße 12-14), die in der Vergangenheit immer wieder mal den Standort gewechselt hatte. Eine Wechselstube ist der etwa 15 Quadratmeter große Raum, den die evangelische Kirche der Post zur Untermiete überlassen hat, dennoch nicht: Bankservice wird es auch hier nicht geben.

Für Bürgermeister Steffen Maar und Ortsvorsteher Rainer Schaub ist das kleine Räumchen, das bislang von der evangelischen Kirchengemeinde als Sakristei genutzt wurde, trotzdem ein Gewinn. »Man ist ein bisschen zusammengerückt, damit ein Platz für die Poststelle geschaffen werden konnte«, meinte Schaub. Auch der Bürgermeister ist zufrieden, dass man künftig nicht mehr in andere Rosbacher Stadtteile oder nach Karben oder Friedrichsdorf fahren muss, um ein Paket oder einen Brief aufzugeben. Erst kürzlich hatte er bei einem runden Jubiläum zu hören bekommen, wie wichtig eine wohnortnahe Versorgung seitens der Post sei. Angesichts der rund 13 000 Einwohner im Stadtgebiet (Tendenz steigend) sagte Maar, es sei ihm ein Anliegen, alle gut versorgt zu wissen. Dazu gehöre auch der Postservice.

Vermutlich nur Übergangslösung

Wie man ihm berichtete, gab es in Rodheim bis etwa Ende der 1960er Jahre eine Poststelle in der Kleegartenstraße 9, die von Ludwig Ullrich und später von seiner Ehefrau Luise betrieben wurde. Nachfolgerin wurde Tochter Anna, die den Umzug in die Räumlichkeiten neben der evangelischen Kirche vollzog - in genau ebendiese Räume, wo die Post jetzt wieder zurückgekehrt ist. »Ja, hier waren die schon mal drin«, bestätigte eine der ersten Kundinnen, die den frisch gestrichenen Anbau am Alten Rathaus betrat. Sie konnte sich noch genau daran erinnern, wie sie als Kind hier zum Briefmarkenkaufen hergekommen war.

Ideengeber, die Post wieder an ihren ehemaligen Standort zurückzuholen, war Kirchenvorstandmitglied Axel Müller-Gers gewesen, der mit seinem Vorschlag auf offene Ohren bei Pfarrer Lothar Berger stieß. Doch es wird vermutlich nur eine Übergangslösung sein: »Wir suchen nach Partner-Lösungen, wie sie zum Beispiel auch in Einkaufszentren zu finden sind«, sagte Filialbetreuer Schüßler. Bianca Weitershausen ist zuversichtlich, was ihre Existenz angeht: »Für vier Wochen hätte man diesen Aufwand nicht betrieben, deshalb glaube ich an eine längere Verweildauer.« Trotz des kleinen Raumes ist sie sicher, auch die immer mehr werdenden Retouren im Paket-Service gut bewältigen zu können. »Frau Weitershausen ist eine Stapelkünstlerin«, bestätigte Schüßler.

Die Postfiliale neben dem alten Rathaus in Rodheim 14 ist montags bis samstags jeweils von 9.30 bis 11.30 Uhr geöffnet.

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