04. Dezember 2018, 20:32 Uhr

Rockhymne in der Kirche

04. Dezember 2018, 20:32 Uhr
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Von Harald Schuchardt

»Gospel and more from Soul to Soul« ist seit 22 Jahren das Motto des Gospelchors Swinging Tones. Was Chorgründerin Renate Gantz-Bopp und ihre 15 Sängerinnen vor allem mit dem more, also mit dem mehr, meinen, wurde beim traditionellen Jahresabschlusskonzert des Chores am ersten Adventssonntag in der sehr gut besetzten evangelischen Kirche deutlich.

Selbstverständlich gehören zum Repertoire des Frauenchors auch Gospelklassiker, wie »Glory Glory« »Down by the Riverside« oder »When the Saints go marching in«. Die brachte der Chor in einem fulminanten »Gospel-Oldies-Medley« zu Gehör. Mit dabei war hier auch »Dauer-Special-Guest« Joe Fourier, der ferner bei »Kumbaya« und »Thank you« auf der Konga spielte, ebenso wie die meisten Sangesschwestern.

Immer wieder überraschen die Swinging Tones mit neu einstudierten zeitgenössischen Stücken, wie mit »Hymn«, dem Klassiker der Rockband Barclay James Harvest, bei dem, dank der ausgelegten Textblätter, die Besucher mitsingen konnten. Die Rockhymne mit ihrem nachdenklichen, christlich geprägten Text passt exzellent ins Repertoire des Chores.

Gleiches gilt auch für Michael Jacksons »Heal the World«. Hierzu hatte sich Renate Gantz-Bopp etwas Besonderes einfallen lassen. Unter dem Dirigat von Chormitglied Olga Dykan sang sie zusammen mit Robin Weber und der erst zehn Jahre alten Mirelle Hassenpflug, der Tochter eine Chormitglieds, die Soloparts.

Mirelle überzeugte bei ihrer Premiere und faszinierte mit ihren ausdrucksstarken Gesten und Bewegungen. Und einmal mehr sang die begeisterte Besucherschar geradezu inbrünstig mit. Michael Jackson hätte es gefallen. Nicht enden wollte der Beifall für Solisten und Chor, sowie deren beiden ständigen musikalischen Begleiter Gerry Reutzel am Keyboard und Martin Schnur (Gitarre).

»Gerry hält es schon seit der Chorgründung mit uns aus«, meinte Gantz-Bopp vor Reutzels Solo mit dem aktuellen Hit »Am Sonntag nach dem Weltuntergang« der Berliner Kultband »Element of Crime«.

Trotz einer Erkältung bestritt Martin Schnur sein traditionelles Solo, zunächst mit zwei seiner Kurzgedichte. »Ich mag kleine Gedichte, weil sie so kurz sind«, meinte der Wetterauer Kulturpreisträger, der einem irischen Traditionell einen weihnachtlichen Text verpasst hat.

Mit seiner Weihnachtsversion von »Über den Wolken« beendete Schnur seinen umjubelten Auftritt. Seit 14 Jahren beim Abschlusskonzert dabei ist der Ulfaer Robin Weber, der mit dem ruhigen »Halt mich« von Philipp Poisel sowohl als Sänger als auch als exzellenter Gitarrist überzeugte.

Voller Überraschungen

Unglaublich abwechslungsreich und voller Überraschungen war das Konzert, das jedoch ganz traditionell endete. Gantz-Bopp und »Chor-Managerin« Blanka Schöb« holten alle, die am Gelingen des Konzerts beteiligt waren, wie Pfarrer Hajo Dietze, nach vorne. Es gab kleine Geschenke und mit »We shall overcome« wurde das Konzertende eingeläutet. Beim Klassiker »Oh Happy Day« wurden die Rollen getauscht. Immer mehr Besucher nahmen die Position des Chores ein, der den Bereich vor dem Altar verlassen hatte. Mit dem José-Feliciano-Klassiker »Feliz Navidad« wurden die Besucher singend verabschiedet.



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