03. Juni 2018, 19:01 Uhr

Rettung für den Pfortenturm

03. Juni 2018, 19:01 Uhr

Der Pfortenturm in Wickstadt ist ein wichtiges Kulturdenkmal in der Wetterau und mit einem weiteren Pfortenturm in Amorbach einzigartig in Deutschland. Der viergeschossige Turmbau am westlichen Rand der Hofsiedlung hatte vermutlich die Funktion eines wehrhaften Speichers. Ihn auch für die Nachwelt zu erhalten, ist kein leichtes Unterfangen.

Der Pfortenturm ist als mittelalterlicher Fachwerkbau in der Zeit um 1400 entstanden und wurde in diversen Schriften zur Geschichte des Fachwerkbaus beschrieben. Das Fachwerk weist massive Schäden auf, die jetzt saniert werden sollen. Dafür hat Landrat Jan Weckler einen Zuschuss aus Mitteln des Denkmalschutzes in Höhe von 5000 Euro bewilligt. Die massiven Schäden am Fachwerk müssen dringend behoben werden, damit der Pfortenturm für künftige Generationen gesichert werden kann. Rund 240 000 Euro sind als Kosten veranschlagt, zumal die Kunst darin besteht, möglichst viel von der historischen Substanz zu bewahren. Denn Fachwerkbauten aus dem späten Mittelalter sind ein selten gewordenes Kulturgut. Deshalb wird sich auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz an dem Projekt zur Rettung des Fachwerks beteiligen.

Landrat überbringt Bescheid

Landrat Jan Weckler überbrachte den Bewilligungsbescheid für den Kreiszuschuss persönlich, um sich ein Bild vom Denkmal und den anstehenden Sanierungsarbeiten zu machen. »Ich habe großen Respekt vor dem Engagement der Eheleute Fischer, die als Eigentümer des Pfortenturms das Gebäude für die Nachwelt erhalten wollen.«

Harald Fischer war schon früh von dem historischen Gebäude angetan. Als 13-Jähriger entdeckte er den Turm. Nach Abitur und Studium kam er zurück nach Friedberg und suchte für sich und seine Familie ein Haus. Das war Mitte der Siebzigerjahre. Ende der Neunzigerjahre ließ er den Turm nach »Expertenmeinung« aufwändig mit Acryltechnik sanieren, ein schlimmer Fehler, der sich aber erst spät herausstellte. Die Balken faulten von innen, müssen zum Teil ausgetauscht werden. Fischer: »Ich will das so machen, dass der Turm noch einmal ein paar hundert Jahre steht und dauerhaft erhalten bleibt.«

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