29. August 2018, 17:00 Uhr

»Lieder to go«

Regenbogenchor auf Männersuche

Wo findet man Männer am Samstag? Im Baumarkt. Ein Klischee? Nicht ganz: Der Regenbogenchor Bad Nauheim hat genau das für sich genutzt und sich auf die Suche nach neuen Sängern gemacht.
29. August 2018, 17:00 Uhr
Zur Mittagszeit ein Ständchen am Aliceplatz: Der Regenbogenchor zieht mit seiner Aktion »Lieder to go« durch das Stadtgebiet und singt an verschiedenen Stellen. (Foto: cor)

Gut 40 aktive Mitglieder zählt der Regenbogenchor Bad Nauheim aktuell. Zwei Drittel davon sind Frauen. Um auch das männliche Geschlecht mehr für den Chorgesang zu begeistern, haben sich die Chormitglieder mit ihrem Leiter Michael Weber am Samstag etwas besonderes einfallen lassen: die Aktion »Lieder to go«. Das Publikum kam diesmal nicht zu einem Konzert, sondern der Chor zum Publikum. Gleich an sieben belebten Plätzen der Kernstadt präsentierte der Chor Teile seines Programms, unter anderem mit Werken bekannter Künstler wie Freddy Mercury, Brian Wilson, den Doors und Flying Pickets. Los ging es am Vormittag vor dem Toom-Baumarkt Bad Nauheim, einem prägnanten Zielgebiet auf der Suche nach Männern. Wo sonst findet man so viele Herren an einem Samstagmorgen? »Wir haben trotzdem keine Massen erwartet«, sagte der Chor-Vorsitzende Hartmut Jegodzinski. »Wichtiger war uns die Präsentation in der Öffentlichkeit. Es haben aber viele Männer vor dem Baumarkt zugehört oder vorbeigeschaut.«

Immer neue Ideen

Wie die Bänkelsänger des 18. Jahrhunderts zog der dienstälteste A-cappella-Chor der Kurstadt weiter von Platz zu Platz, vom Biomarkt Bad Nauheim zur Stadtbücherei, vom Alicebrunnen, Kurparkplaza, den Kolonnaden bis zum Schweizer Milchhäuschen in den Kurpark.

Das Interesse der Öffentlichkeit wurde an jeder Station geweckt, viele Bürger hörten nicht nur zu, sondern stellten auch Fragen. »Das Interesse galt dem Repertoire, welches Musik aller Epochen enthält«, sagte Jegodzinski weiter. Auch singe der Chor in verschiedenen Sprachen, widme sich unterschiedlichen Stilrichtungen.

Manche Zuhörer fragten auch nach dem Aufwand, wie sich das Singen in den Alltag integrieren lasse.

Weiteres Interesse galt den Auftritten. »Wir haben da immer neue Ideen, die sich umsetzen lassen.« Verschiedene Locations im Blick oder Konzerte mit befreundeten Chören, die Mitglieder verbinde mehr als Singen. So wie die Chor- und Konzertfahrten, in über 32 Jahren Chorgemeinschaft habe der Regenbogenchor bereits einiges realisiert und noch vieles vor. Das Gerücht, Chöre seien vom Aussterben bedroht, hat der Regenbogenchor bereits im März mit seiner ersten »Chor-Tasting«-Aktion eindrucksvoll widerlegt. Seiner Einladung, anlässlich einer offenen Chorprobe unverbindlich mal »rein zu schmecken« in den gemeinsamen Chorgesang, folgten 16 weibliche und drei männliche Stimmen, die zusammen mit den anwesenden 35 aktiven Chormitgliedern auch Chorleiter Michael Weber richtig forderte und die Grenzen der Aufnahmefähigkeit des Musiksaales der Schule austestete. »Sechs neue Mitglieder sind schließlich fest dazugekommen«, freut sich der Vorsitzende.

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