02. September 2019, 20:38 Uhr

Radler rasen am Fest vorbei

02. September 2019, 20:38 Uhr
Mit kaum einem Blick würdigten die vielen Radler, die am Sonntag die Hohe Straße für einen Ausflug zum Regionalparkfest genutzt haben, die Angebote am Wegesrand, wie hier an der hohen Schaukel. (Foto: Niehoff)

Üblicherweise hat der Wanderer von der einstigen Handelsstraße zwischen Frankfurt und Büdingen eine einzigartige Fernsicht auf die Wetterau, den Spessart und den Odenwald. Das war am Sonntag nicht der Fall. Möglicherweise hat das ein Großteil der Besucher nicht einmal bemerkt, denn auch an diesem Festwochenende zu 15 Jahren Regionalparkroute hatten die Radfahrer das Sagen auf der Ausflugsstrecke.

»Leider«, wie von den wenigen Spaziergängern immer wieder zu hören war. Denn so manch ein Radfahrer schien den gut dreieinhalb Meter breiten Wirtschaftsweg für sich gepachtet zu haben. Als eine Gruppe Rennradfahrer einen Fußgänger, der am Rand ging, im Vorbeifahren gestreift hatte und der sich daraufhin beklagte, drehte sich ein Radfahrer um und rief zurück: »Halt’s Maul, du Arsch.« Offensichtlich keine Ausnahme, denn ein Junge im Grundschulalter bat seine Eltern, beim nächsten Ausflug auf die Hohe Straße das Fahrrad nehmen zu wollen. »Das ist bestimmt sicherer als zu Fuß.«

Auch die Vereine, die an diesem Sonntag Stände entlang der Hohen Straße aufgebaut hatten, beklagten sich über die vielen Radfahrer, die ohne einen Blick an ihren Ständen vorbeibrausten. Schließlich ständen sie alle ehrenamtlich an der Strecke »und dann soll es doch auch ein Familienfest und keine Sportveranstaltung sein«.

Los ging das Hohe-Straße-Fest am Vormittag mit der Einweihung des ersten zertifizierten barrierefreien Rundwegs im Main-Kinzig-Kreis. Der hessische Wirtschaftsstaatssekretär Philipp Nimmermann (Grüne) war gekommen, um dies zu würdigen. »Barrierefreier Zugang ist für zehn Prozent der Gäste unentbehrlich, für 40 Prozent hilfreich und für 100 Prozent komfortabel«, erklärte er. Der 3,7 Kilometer lange und asphaltierte Rundweg verläuft entlang der Regionalparkroute und verfügt am Anfang über zwei Behindertenparkplätze.

Rundweg eingeweiht

Seit 2015 können sich in Hessen Anbieter touristischer Dienste nach dem bundesweit einheitlichen Kennzeichnungssystem »Reisen für alle« zertifizieren lassen. In Schöneck sei die Idee im März vergangenen Jahres geboren worden, erklärte Bürgermeisterin Conny Rück (SPD) im Beisein ihrer beiden Kollegen aus Nidderau und Hammersbach, Gerhard Schultheiß und Michael Göllner (beide SPD). Sie alle waren gekommen, da diesmal der Startschuss zum 15. Regionalparkfest Hohe Straße hier fallen sollte. Nicht einmal 20 Personen hatten sich zu der Eröffnung eingefunden, dabei herrschte ideales Wanderwetter. Die Buden und Stände waren nicht auf den gesamten 38 Kilometern der Regionalparkroute von Frankfurt-Bergen-Enkheim bis nach Büdingen aufgestellt, sondern konzentrierten sich auf die Mitte zwischen Niederdorfelden und Diebach am Hang.

In Niederdorfelden an der Kleinen Loh lud eine Interessengemeinschaft »Brauen und Keltern« zu Bier und Apfelsaft ein. An den Windrädern in Schöneck fachsimpelten die Mitglieder des FC-St.-Pauli-Fanclubs mit Spaziergängern über das Spiel ihres Vereins. Nur wenige Meter weiter standen dicht an dicht CDU und SPD. Sie boten Speisen, Getränke und viel Musik. Bei den Grünen gab’s Service: Hier konnten Fahrradfahrer ihre Räder durchchecken lassen. Allerdings sausten die Radler rasant am Angebot vorbei. Weitere Stände bis hin nach Nidderau waren besetzt von der Nachbarschaftshilfe, vom Förderverein Stadtbücherei, den Landfrauen. Zwei Modellbauklubs führten mit ihren Flugzeugen Flugschauen vor. In Diebach endete die Route mit einem Markttreiben. »Es ist nur schade, dass Jahr für Jahr immer weniger Menschen kommen. Das Fest hätte wirklich mehr verdient«, bedauerte dies angesichts des vielfältigen Programms der Nidderauer Bürgermeister Gerhard Schultheiß.

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