24. November 2017, 19:08 Uhr

Quo vadis, Landwirtschaft?

24. November 2017, 19:08 Uhr
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Aus der Redaktion
Ein von den Naturfreunden angelegter Blühstreifen wie dieser, ist eine Möglichkeit, um Umweltschutz und Landwirtschaft zu harmonisieren. (Foto: Christiane Meub)

75 Prozent Verluste bei den Insekten und ein drastischer Rückgang der Vogelbrutpaare geben Anlass, die bisherige Agrar-Umwelt-Politik zu überdenken – Dies ist das Fazit eines Vortrags von Prof. Volkmar Wolters von der Justus-Liebig-Universität Gießen bei den Naturfreunden Ober-Mockstadt. Wie in den vergangenen Jahren hatten die Naturschützer zu einem Vortrag über ein aktuelles Thema eingeladen. In diesem Jahr ging es um die Rolle der Landwirtschaft in Bezug auf das Insektensterben.

Am Beispiel der Bienen verdeutlichte Wolters, dass durch die heutigen Umweltmaßnahmen im Agrarsektor, wie etwa Ackerrand- und Blühstreifen vornehmlich dominante Arten gefördert würden. Seltene Arten ließen sich nur durch Schaffung von naturnahen Lebensräume erhalten. Eine wirksame Veränderung werde es nur durch umfassendes Umdenken im Zusammenspiel zwischen Landwirtschaft und Umwelt geben. Wolters plädierte dafür, die Subventionspolitik grundsätzlich neu zu regeln. Der Vorschlag, Gelder nur für Gemeinwohl-Leistungen der Landwirtschaft zu zahlen, sei interessant, werde aber nur möglich sein, wenn die Bauern ein angemessenes Einkommen für ihre Produkte erzielen können. Durch die Förderung natürlicher Prozesse könnten auch Kosten gesenkt werden, indem beispielsweise gezielt Insekten zur biologischen Schädlingskontrolle eingesetzt werden.

Wolters machte dabei deutlich, dass eine regionale Optimierung der biologischen Vielfalt einer lokalen Maximierung vorzuziehen sei, also nicht jede Tierart überall ansässig sein müsse, sondern die bereits bestehenden Vorkommen erhalten und geschützt werden sollten. (Foto: pv)



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