14. April 2018, 06:00 Uhr

Proteste

Proteste begleiten Spatenstich für Studentenwohnheim

Das Studentenwohnheim »In der Burg« ist nach wie vor umstritten. Beim ersten Spatenstich machten die eingeladenen Anwohner am Donnerstagnachmittag mit einem Transparent ihrem Unmut Luft.
14. April 2018, 06:00 Uhr
Ein halbes Dutzend Burgbewohner protestiert gegen das gesamte Projekt. (Foto: lod)

Das Studentenwohnheim »In der Burg« ist nach wie vor umstritten. Es soll einmal 64 Studierenden der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) ein Zuhause bieten. Beim ersten Spatenstich auf der einstigen Ritterwiese hinter dem Feldwebelbau machten die eingeladenen Anwohner am Donnerstagnachmittag mit einem Transparent ihrem Unmut Luft. Bürgermeister Dirk Antkowiak verzichtete auf ein Grußwort, und das hatte einen Grund: Der Magistrat hatte seinerzeit das nach Paragraf 36 Baugesetzbuch erforderliche gemeindliche Einvernehmen zu dem Bauvorhaben versagt. Der Kreis ersetzte dann das gemeindliche Einvernehmen.

 

Übertragung der Liegenschaft macht's möglich

»Der Magistrat hätte sich Studentenwohnungen an jeder anderen Stelle in Friedberg, aber außerhalb der Burganlage, gut vorstellen können« sagte Antkowiak der WZ. »Wir sind uns der Verantwortung durchaus bewusst und nehmen die Einwände von Bürgern, die sich um das kulturelle Erbe sorgen, ernst«, sagte Ralf Stobbe, Geschäftsführer des Studentenwerks Gießen, in seiner Begrüßung.
 

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Möglich wurden der Neubau und die Sanierung des Feldwebelbaus durch die Übertragung der Liegenschaft im Erbbaurecht durch das Hessische Wissenschaftsministerium an das Studentenwerk. Das Studentenwerk freue sich, dass neben den bisher vorhandenen 216 Plätzen im Studentenwohnheim In der Steinkaute 2 in Friedberg nun neue Plätze geschaffen werden. Insgesamt bietet das Studentenwerk aktuell 3227 Plätze an den Standorten Gießen, Friedberg und Fulda an.

 

Überraschung im Feldwebelbau

Auch Wissenschaftsminister Boris Rhein hob hervor, dass sich das Land seiner Verantwortung bewusst sei, »für ausreichend bezahlbaren Wohnraum für Studierende zu sorgen«. Er begrüßte auch die Anwohner, »die sich informieren wollen«, was zu leisem Gelächter der Betroffenen führte. Ausdrücklich lobte Rhein »die außergewöhnlich schöne Lage des neuen Wohnheims«.

THM-Vizepräsident Prof. Olaf Berger ging auf den seit Jahren wachsenden THM-Standort in der Wetterau ein: »Wir haben Friedberg lieb gewonnen, weil es so schnuckelig ist.« Die THM begrüße die Initiative des Studentenwerks, das Wohnheim-Angebot für die nun fast 6000 Studenten in Friedberg zu schaffen.

 

Lob von Becker-Bösch

Lob für den Neubau und die Restaurierung des Altbaus gab es von Kreisbeigeordneter Stephanie Becker-Bösch: »Das ist ein wichtiger Schritt für die Entwicklung der Kreisstadt, deren Bild sich durch die Studierenden, die von der Burg zur THM gehen werden, verändern wird.« Die Wichtigkeit des »studentischen Wohnens« stellte Susanne Kraus, Verwaltungsratsvorsitzende des Studentenwerks Gießen und Kanzlerin der Justus-Liebig-Universität, in den Mittelpunkt ihres Grußworts.

 

Den ersten Spatenstich vollziehen (v. l.) Ralf Stobbe, Boris Rhein, Stephanie Becker-Bösch, Thomas Oesterle, Susanne Kraus und Olaf Berger.	(Foto: lod)
Den ersten Spatenstich vollziehen (v. l.) Ralf Stobbe, Boris Rhein, Stephanie Becker-Bösch...

 

 Architekt Thomas Oesterle aus Marburg erläuterte das Bauvorhaben, dem er das Motto »junger Geist in alten Mauern« gab. Er schilderte die bereits erledigten Arbeiten im Feldwebelbau, die so manche Überraschung hervorgebracht hatten – wie das Fehlen einer Bodenplatte.

Die Arbeiten für den Neubau finden in enger Absprache mit der Denkmalschutzbehörde und den Archäologen statt. »Wir wissen nicht, was uns unter dem Boden alles erwartet,« sagte Oesterle, der eine Führung durch den Feldwebelbau anbot.

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