14. Mai 2018, 20:28 Uhr

Promis und Weltruhm

14. Mai 2018, 20:28 Uhr
Unterhalten sich über Bad Nauheim und die Historie der Kurstadt: Autorin und Journalistin Uli Aechtner und Bürgermeister Klaus Kreß. (Foto: cor)

Ob Jugendstil oder Elvis, Medizin, Eishockey, Rosen, Adel, Wissenschaft oder berühmte Buchautoren – wirft man einen Blick auf Bad Nauheim, bietet sich reichlich Potenzial für einen anregenden Gesprächsaustausch zur kulturellen Vielfalt und spannenden Entwicklung der Stadt. Zur Ernst-Ludwig-Buchmesse trafen sich Bürgermeister Klaus Kreß und Autorin Uli Aechtner erstmals zu einem öffentlichen Dialog. Schnell wurde die Idee aufgegriffen, das Gespräch zu vertiefen.

Auf dem Tisch im Büro des Bürgermeisters liegen Motive aus einem Märchenbuch, farbige Illustrationen des Malers Joseph Maria Olbrich. Schon der Großherzog Ernst Ludwig von Hessen und bei Rhein war sehr an Olbrichs moderner Kunst interessiert. Auf seine Veranlassung hin entstand daher 1899 die Darmstädter Künstlerkolonie auf der Mathildenhöhe. Die Künstler arbeiteten auch an den Nauheimer Bade- und Kuranlagen mit. Um 1900 war Nauheim bereits ein Kurort von Weltrang. Die internationale Prominenz verweilte hier zur Kur.

Doch die Geschichte der Kurstadt reichte noch viel weiter zurück, bis hin zu den Kelten, die bereits 400 v. Chr. Solequellen zur Salzgewinnung nutzten. Besuchern wird die keltische Weise des Salzsiedens noch heute regelmäßig am Keltenpavillon vorgeführt. »Die Spuren der Vergangenheit wurden auch jüngst bei archäologischen Grabungen im geplanten Baugebiet Süd sichtbar«, erklärte Kreß.

Die Kelten und späteren Gradierbauten des 17. Jahrhunderts trugen dazu bei, dass die Nauheimer Saline eine der modernsten Salzfabriken Europas wurde. »Und sie haben maßgebend zur Entstehung des Heilbads beigetragen«, sagte Kreß weiter. So wie auch der große Sprudel, die Entdeckung der heilsamen Wirkung der Kohlensäure in der Thermalsole. »Der Ausbruch des Sprudels 1846 hat Bad Nauheim Weltruhm verschafft.« Durch defekte Verrohrungen sind aber heute neue Bohrungen erforderlich, für eine Erhaltung des Heilwassers, für eine Therme und das Heilbad selbst.

In Erinnerung an Elvis

Denkt man an berühmte Gäste Nauheims, so zugleich an Otto von Bismarck, Sisi, Richard Strauss, den Zaren Nikolaus II. und seine Gattin, Mark Twain und Erich Kästner, oder an Albert Einstein, der zur 86. Versammlung der »Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte« hier verweilt hat. »Im Badehaus 8 kam es zu einer Diskussion zwischen Einstein und dem Nobelpreisträger Philipp Lenard«, sagte Uli Aechtner.

Forschung und Medizin sind noch heute zwei wichtige Faktoren für die Weiterentwicklung der Stadt. »Von den früheren 38 Kliniken sind immer noch 13 da«, sagte Kreß. »Auch wenn sich das Gesundheitswesen und die Lebenseinstellungen verändert haben, Kurz- und Wellnessreisen heute populärer sind, bleibt dies ein wichtiger touristischer Wirtschaftsfaktor. Neben einer Therme sei auch ein Kurmittelhaus bedeutsam. Ein Kur- und Kultur-Zentrum zur Belebung des Sprudelhofs, mit Saunalandschaft, Kneipp-Anwendungen bis hin zur städtischen Kulturstätte. Kreß erläuterte dazu das bekannte Sprudelhof-Konzept in vier Schritten.

Noch heute ist Bad Nauheim stolz auf Elvis Presley. »Natürlich hat auch er die Stadt geprägt«, erinnert Kreß. »2017 wurde die Villa Grunewald nach einer Sanierung wieder geöffnet, das Elvis Festival gewinnt weiterhin an Beliebtheit.« Aechtner und Kreß warfen abschließend einen Blick auf ein Foto aus dem Nachlass der Ur-Bad Nauheimerin Gertrud Werle. Ein Gruppenfoto aus dem Jahr 1933, das frühere Mitschüler des US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt zeigt. Roosevelt hatte im Alter von neun Jahren die Volksschule in der Stadt besucht und wurde von seinen Mitschülern »Franz« genannt.

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