27. November 2018, 10:00 Uhr

Zoohandel

Profi-Zoo-Pika sucht Nachfolger

Eigentlich wollte Walter Pika mit 65 Jahren nicht mehr hinter der Dorheimer Ladentheke stehen. Bevor er in Rente geht, soll aber ein Nachfolger her. Nicht so einfach für ein Auquaristikfachgeschäft...
27. November 2018, 10:00 Uhr
Aquarien sind Walter Pikas Leidenschaft. In seinem Fachhandel Profi-Zoo-Pika in Dorheim hat er rund 100 Stück – und damit sein Hobby zum Beruf gemacht. Nun freuen sich Pika und seine Frau Sigrid auf den nahenden Ruhestand. (Fotos: Nici Merz)

Hinter der blau gerahmten Glasfassade in der Wetteraustraße 50 in Dorheim versteckt sich ein kleines Wasserwunderland. Bunte Fische huschen durch blubbernde Aquarien, prachtvolle Korallen wiegen leicht im Strom, und kleine Krebse lugen hinter Steinen hervor. Im Ladenlokal von Profi-Zoo-Pika wimmelt es von Statuen, unterschiedlich geformten Steinen und Gerätschaften, die man für Aquarien, Terrarien oder Teiche braucht. »Es ist einfach schön, wenn man sich für das Thema begeistert«, sagt Walter Pika. »Zudem hat man mit sehr netten Menschen zu tun – wenn man es gut macht«, ergänzt er und lacht.

Rund 100 Aquarien vereint das Fachgeschäft auf etwa 200 Quadratmetern Ladenfläche plus Ausstellungs- und Lagerflächen an Pikas Wohnhaus. Sein erstes Aquarium hatte er mit etwa fünf Jahren. Profi-Zoo-Pika haben er und sein Vater, ein Uhrmacher und Goldschmied, 1972 in einer ehemaligen Garage in Bad Nauheim gegründet. Nach einem Umzug und fast einem halben Jahrhundert neigt sich für den 65-Jährigen nun die Ära seines Arbeitslebens dem Ende zu. »Mit jedem Schritt, den das etwas näher kommt, merke ich, dass es gar nicht so leicht ist – man hängt ja doch dran«, sagt er. Die Öffnungszeiten hat Walter Pika seit dem 1. November verkürzt, um sich etwas mehr Ruhe und Freizeit zu gönnen. Doch der entscheidende Schritt in den Ruhestand fehlt noch: ein Nachfolger.

Ich freue mich auch auf ein ruhigeres Leben

Walter Pika, Inhaber

Seit dem Sommer sind Pika und seine Frau Siggi auf der Suche nach einem neuen Inhaber, der das Geschäft übernimmt. Sie haben Anzeigen geschaltet und eine Rundmail an Garten- und Landschaftsbauer versendet. Einige Interessenten gebe es, jedoch sei noch nichts spruchreif, sagt Pika. Seine Söhne haben sich beruflich anders orientiert. Einer studiert, der andere macht eine Lehre. »Sicher hätte ich mich gefreut, wenn sie das Geschäft übernommen hätten«, sagt Walter Pika. »Aber ich möchte ihnen nicht reinreden.« Den Laden werde er noch ein bis zwei Jahre führen, solange, bis er einen geeigneten Nachfolger finde. Und wenn nicht? Darüber denke er jetzt nicht nach.

 

Postbeamter wird Zoohändler

»Selbst mit Herzblut im Laden stehen« – das tut Pika seit vielen Jahren und das wünscht er sich auch von seinem Nachfolger. Der Inhaber beschäftigt zudem einen Angestellten in Teilzeit, und auch seine Frau packt mit an. Zur Wartung der Teichanlagen arbeitet Pika mit einem Garten- und Landschaftsbauer zusammen. »Das Geschäft soll es weiter geben«, sagt Pika. Würde ein Nachfolger das Familienunternehmen nach kurzer Zeit an die Wand fahren, wäre das schmerzlich für Pika und ein großer Verlust für die vielen Kunden. Darunter seien auch viele ältere Teichbesitzer, die auf den Service in der Nähe angewiesen seien.

Um Inhaber eines Aquaristik- und Teichbedarf-Fachgeschäfts zu werden, brauche man keine spezielle Ausbildung, erklärt Pika. Er selbst sei ausgebildeter Postbeamter und habe Aquaristik zunächst nur als Hobby betrieben. Um mit lebenden Tieren handeln zu dürfen, müsse man allerdings einen Sachkundenachweis des zoologischen Zentralverbandes vorweisen. Mit Aquaristik und Teichbedarf sollte man sich natürlich auch auskennen, da viele Kunden wegen der fachkundigen Beratung in den Laden kämen oder anriefen. Außerdem seien kaufmännische und Internet-Grundkenntnisse hilfreich, sagt Pika. Ein Online-Shop liege bereits in der Schublade.

Für seinen Ruhestand plant der Aquarist Urlaub am Meer. Erst kürzlich war er in Ägypten zum Tauchen. »Ein bisschen was möchte ich noch sehen«, sagt er. »Aber ich freue mich auch auf ein ruhigeres Leben.« Der Umwelt zuliebe müsse es nicht immer eine Reise mit dem Flugzeug sein. Auf dem Rad möchte er mit seiner Frau auch die deutschen Landschaften in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern erkunden. Mit der Aquaristik aufhören – das kommt für Pika nicht in Frage. »Natürlich behalte ich mein privates Aquarium«, sagt er. Und wenn ein Nachfolger gefunden ist, kann er ganz entspannt im eigenen Haus dafür einkaufen.

Info

Das muss der Nachfolger können

Für das Fachgeschäft Profi-Zoo-Pika in der Wetteraustraße 50 in Dorheim sucht Inhaber Walter Pika einen Nachfolger. Auf rund 200 Quadratmetern Ladenfläche plus Ausstellungs- und Lagerflächen bietet das Geschäft Bedarf für Aquaristik und Teiche. Darunter sind nicht nur Aquarien, Pumpen, Futter und Lampen, sondern auch lebende Fische, Krebse, Korallen und Pflanzen. Um mit den Tieren zu handeln, muss man einen Sachkundenachweis des Zoologischen Zentralverbandes vorweisen oder machen. Kaufmännische Grundkenntnisse sind empfehlenswert. Wer Interesse hat, meldet sich per E-Mail an best@p-z-p.de oder unter Tel. 0 60 31/1 48 20 während der Öffnungszeiten (dienstags bis freitags 15 bis 18 Uhr, samstags 10 bis 13 Uhr).

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