27. September 2018, 20:41 Uhr

Probleme unkonventionell gelöst

27. September 2018, 20:41 Uhr
Hans-Jürgen Strack packt nach 17 arbeitsreichen Jahren bei der Gemeinde Ober-Mörlen seine Sachen und wechselt zur Fachstelle Migration beim Wetteraukreis. (Foto: hau)

Die komplett andere Verabschiedung eines langjährigen Gemeindemitarbeiters durften am Mittwochabend Kollegen, Weggefährten und Freunde von Hans-Jürgen Strack erleben. »Das totale Chaos, warum sollte meine Abschiedsfete anders laufen als die Arbeit?«, rief der Diplom-Sozialarbeiter in die Runde. Als er mit halbstündiger Verspätung zu seiner eigenen Verabschiedung in den Lesesaal flog, hießen ihn alle herzlich willkommen und halfen auch gleich, Speisen, Getränke und Geschenke vom Hof hochzuschleppen, mit denen Strack seinen Abschied versüßte.

Wie so oft in den vergangenen Jahren hatte ein Notfall Stracks Zeitplan über den Haufen geworfen: Wasserschaden im Dorfgemeinschaftshaus Langenhain-Ziegenberg. Sechs Flüchtlinge mussten dringend innerorts eine neue Unterkunft finden. Zwar hatte der Flüchtlingssozialarbeiter seinen letzten Diensttag bereits gehabt, aber natürlich kümmerte er sich wie gewohnt. »Du bist ein guter Mann, Danke für alles«, sagte ihm ein Familienvater wenig später, als er sich mit einer herzlichen Umarmung vom »Fels in der Ober-Mörler Flüchtlingsbrandung« verabschiedete.

Nachfolgerin mit halber Stelle

»Ohne die vielen freiwilligen Helfer hätte ich die vier letzten Jahre hier nicht geschafft«, dankte der Vollblut-Sozialarbeiter den Ehrenamtlichen in der großen Runde. Bevor Strack seine Wundertüte mit musikalischen Restbestände-Geschenken für alle öffnete, hatte der scheidende Bürgermeister Jörg Wetzstein dem langjährigen Gemeindemitarbeiter für seine Einsatzbereitschaft gedankt, für kreative Ideen und die oft unkonventionelle Art, Problemlösungen zu finden. Die Vielfalt an Gästen spiegle die Bandbreite des Einsatzbereiches gut wider.

Kollegen aus dem Ober-Mörler Rathaus gehörten ebenso zum lockeren Feierkreis wie Jugendpfleger aus anderen Kommunen, Mitarbeiter vom Roten Kreuz, Geflüchtete und ehemalige Jugendliche, die mittlerweile Verantwortung bei den Ferienspielen oder beim Sport für Einheimische und Flüchtlinge übernommen haben.

Uwe Budnitz gab seinem Vorgänger in der Jugendpflege herzliche Wünsche mit auf den Weg, ebenso Stracks Nachfolgerin in Sachen Flüchtlingssozialarbeit Petra Weitz. Anders als Strack, der jeweils die volle Zeit in seinem Bereich arbeitete, müssen beide mit einer halben Stelle auskommen.

Auf den besonderen Anlass hatten der Friedberger Singer-Songwriter Kai Michel und sein Bruder Volker Michel ihre musikalischen Wiedersehens-Wünsche abgestimmt. Die Kompositionen zur Flüchtlingsproblematik, zum Herbst oder »No job is like mine« berührten die Gäste. Er hoffe auf geregeltere Arbeitszeiten und die Chance, selbst wieder mehr Musik machen zu können, gestand Strack. Am Montag wird er beim Wetteraukreis in der Fachstelle Migration Steuerung auf der anderen Seite des Schreibtisches seine Arbeit aufnehmen.

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