10. Februar 2019, 20:08 Uhr

Praktisch vorbereiten

10. Februar 2019, 20:08 Uhr
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Aus der Redaktion

Seit 1997 können angehende Erzieher sich anhand der fiktiven Fälle »Fritz und Franzi« ganz praktisch auf ihre zukünftige Arbeit vorbereiten. Die Studierenden absolvieren ihre Erzieherausbildung und arbeiten ein halbes Jahr im Unterricht und in Praktika bei Institutionen der Jugendhilfe am »Fritz und Franzi«-Projekt.

Sie lernen Belastungsfaktoren und Anzeichen von Fehlentwicklungen zu erkennen, informieren sich über die pädagogischen und therapeutischen Angebote im Kreis und entwickeln einen interdisziplinären Hilfeplan auf den verschiedenen Entwicklungsstufen von »Fritz und Franzi«, der den Dialog mit den Eltern einschließt.

Drei Phasen im Projekt

Das Projekt besteht aus drei Phasen: In der Theoriephase wird die Biografie von »Fritz und Franzi« erarbeitet. Der Lebenslauf umfasst die Zeitspanne von der Geburt bis zum 19. Lebensjahr und kennzeichnet eine problematische Sozialisation mit ungünstigem Verlauf. Die Vernetzung der unterschiedlichen Einrichtungen zur Hilfe für Kleinkinder, Kinder und Jugendliche ist hierbei ein bedeutender Faktor, damit Auffälligkeiten und Störungen in der Entwicklung frühzeitig erkannt werden können und effektive Hilfe geleistet werden kann.

In der Praxisphase werden in Kleingruppen Kooperations- und Vernetzungspartner aus dem Wetteraukreis kontaktiert. Diese Institutionen werden vor Ort aufgesucht, um die Arbeitsweisen kennen zu lernen. Dabei werden mögliche Schwellenängste abgebaut und die präventive Arbeit der beteiligten Institutionen gefördert und vernetzt. In der Präsentationsphase findet eine öffentliche Veranstaltung statt, in der die Arbeitsergebnisse präsentiert werden und gruppenübergreifende Fallkonferenzen stattfinden.

»Das Projekt ist auch im 21. Jahr eine feste Größe im Wetteraukreis und bei der Ausbildung von Erziehern«, sagt Erste Kreisbeigeordnete und Sozialdezernentin Stephanie Becker-Bösch. »›Fritz und Franzi‹ sind als Lernprojekt ein wichtiger Baustein für das Studium. Heute mehr als früher sind Kinder und Heranwachsende den sich schnell steigenden Anforderungen des normalen Lebens immer weniger gewachsen. Familienstrukturen sind teilweise brüchig und aufgrund fehlender Orientierung entwickeln sich bei manchen ungünstige Konstellationen. In ihrem späteren Berufsleben sind gerade die Erzieher diejenigen, welche sich zum Wohle der Kinder und Heranwachsenden, auch deren Eltern, der regionalen Netzwerke aus unterstützenden Hilfen bewusst sein müssen.«

Präventive Arbeit fördern

Ziele des Projektes sind unter anderem die präventive Arbeit der unterschiedlichsten Institutionen zu fördern und zu vernetzen und bei den angehenden Erziehern das Bewusstsein für die Notwendigkeit dieser Zusammenarbeit zu entwickeln.

Becker-Bösch: »Viele kleine Probleme bei den Kindern können frühzeitig erkannt und relativ schnell mit wenig Hilfe gelöst werden. Am Projekt ›Fritz und Franzi‹ können alle Studierenden nachvollziehen, wie sich eine Entwicklung rasant negativ entwickeln kann, wenn die frühzeitige Intervention fehlt. ›Fritz und Franzi‹ ist ein Projekt, wie aus dem wahren Leben. Deshalb wird ›Fritz und Franzi‹ noch viele Jahre im Wetteraukreis ein Angebot für die Studierenden sein.«



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