29. November 2017, 05:00 Uhr

Zivile Streifen

Polizei will Präsenz auf Wetterauer Weihnachtsmärkten erhöhen

Wie sicher sind die Wetterauer Weihnachtsmärkte? Diese Frage stellt sich spätestens seit dem Berliner Anschlag von vor einem Jahr. Die Polizei betont, sie sei vorbereitet.
29. November 2017, 05:00 Uhr
Stößchen: Die Weihnachtsmarktsaison eröffnet bald. Aus Angst vor Anschlägen rüsten viele Großstädte auf, sichern die Märkte mit Betonpollern. In Friedberg, Bad Nauheim und Karben wird es so etwas nicht geben.

Bad Nauheim, Friedberg, Karben – für die Weihnachtsmärkte in den Städten haben die Veranstalter allesamt Sicherheitskonzepte erstellt. Sie liegen der Polizei, die im Vorfeld mit den Veranstaltern spricht, vor. Nicht erst seit Amris Tat. Dennoch: »Wir sind sensibilisiert, es werden verstärkt Kräfte eingesetzt«, sagt Polizeisprecherin Weisbrod. In welchem Umfang und mit welcher Ausrüstung, dazu möchte sie sich nicht äußern. Nur so viel: Uniformierte und zivile Streifen werden sich unter die Besucher mischen.

Keine Betonpoller in Friedberg

Viele Städte sichern ihre Weihnachtsmärkte in diesem Jahr mit Betonpollern vor Anschlägen. In Friedberg wird es so etwas nicht geben. Lena Herget, Organisatorin des Markts, den die Stadt am zweiten Adventswochenende auf dem Elvis-Presley-Platz veranstaltet, sagt: »Zur Straße hin werden wie in den Vorjahren wieder halbhohe Drängelgitter stehen.« Für Sicherheit soll zudem ein privater Dienst sorgen, zwei Ordnungspolizeibeamte seien an allen drei Markttagen rund um die Uhr im Einsatz. Auf ausdrücklichen Wunsch des Bürgermeisters gebe es eine Neuerung im Sicherheitskonzept: Ein sogenannter Leiter für die Besuchersicherheit soll für eine reibungslose Kommunikation sorgen. Herget: »Über die Lautsprecheranlage kann er jederzeit Ansagen machen.« Er kümmere sich auch darum, dass die Helfer – Feuerwehr, DRK, Ordnungspolizei und Sicherheitsdienst – via Handy und Walkie-Talkie miteinander kommunizieren können.

Jeder Besucher sollte sich sicher fühlen können

Lena Herget

 

Das Sicherheitskonzept für den Weihnachtsmarkt umfasst 20 Seiten. Darin: Lagepläne, Gefahrenanalyse, Infos, wie im Krisenfall vorzugehen ist, und mehr. »Wir sind gut aufgestellt«, sagt Herget. »Jeder Besucher sollte sich sicher fühlen können.«

Wird man sich auf dem Bad Nauheimer Christkindlmarkt, der am dritten Adventswochenende im Sprudelhof stattfindet, ebenfalls sicher fühlen können? »Unbedingt«, sagt Erster Stadtrat Peter Krank auf WZ-Nachfrage. Ein Sicherheitskonzept liege vor, kommende Woche soll ein Abstimmungsgespräch mit der Polizei geführt werden. Die Ordnungshüter würden eine Einschätzung abgeben. »Wir reagieren dann entsprechend.«

Karben hat Sicherheitskonzept bereits verschärft

Wie auch Weisbrod sieht Krank derzeit hinsichtlich des Weihnachtsmarkts keine besondere Terrorgefahr. »Natürlich ist das eine Einschätzung, die sich aus den Erfahrungen der vergangenen Jahre ergibt.« Und aus der besonderen Lage des Veranstaltungsorts – der Sprudelhof liegt abseits der Straßen.

In Karben wurde das Sicherheitskonzept zum Weihnachtsmarkt vor dem Rathaus nach den Terroranschlag in Paris vor zwei Jahren verschärft. Über 130 Menschen starben dort bei einer Angriffserie in Restaurants, Cafés und bei einem Rockkonzert. »Seither wird mehr private Security eingesetzt, sagt Stadtsprecher und Verwaltungsleiter Hans-Jürgen Schenk. Betonsperren oder ähnliches werde es in Karben aber nicht geben. »Wir gehen davon aus, dass so etwas nicht notwendig ist.«

Es ist klar, dass wir das Maximale tun

Günter Wagner

 

»Auch für die von Vereinen, Schulen, Kindergärten und Tagesstätten gestaltete Bergweihnacht, die am zweiten Adventswochenende auf dem Bad Nauheimer Johannisberg stattfindet, liegt ein Sicherheitskonzept vor. Mitorganisator Günter Wagner sagt: »Es ist klar, dass wir das Maximale tun.« Mit dem Terroranschlag in Berlin habe das aber konkret nichts zu tun, das Konzept sei schon vor der Tat Amris erstellt worden. Es werde jedoch jährlich an aktuelle Erfordernisse angepasst und entsprechend weiterentwickelt.

Eine durchaus greifbare Gefährdung, vor der die Polizei während der Weihnachtsmarktsaison warnt: Taschendiebe. Denn wo viele Menschen sind, und noch dazu der Glühwein fließt, fühlen diese sich besonders wohl. Polizeisprecherin Weisbrod rät Besuchern daher, Rucksäcke und Taschen vor dem Körper zu tragen. Der Geldbeutel sollte sich nicht in der Hosentasche, sondern in einer verschossenen Tasche befinden. Besucher sollten zudem insgesamt »eine gewisse Aufmerksamkeit mitbringen«.

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