03. Februar 2017, 20:30 Uhr

Gedenken an NS-Opfer

Poetry-Slammer mit bewegenden Texten

03. Februar 2017, 20:30 Uhr

Seit vier Jahren veranstalten das Junity, der Friedberger Verein Antifa-BI und die Poetry-Slammer um den Friedberger Andreas Arnold eine Gedenkveranstaltung am Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. Auch am 27. Januar dieses Jahres waren gut 80 Gäste gekommen, um sich von den Gedanken der Poeten beim Gedenken begleiten zu lassen.

Lukas Hölzinger, Leiter der Jugendfreizeiteinrichtung am Burgfeld, und Andreas Balser von der antifaschistischen Bildungsinitiative unterstrichen in ihren Grußworten die Wichtigkeit, die Erinnerung aufrecht zu erhalten. Stadtrat Markus Fenske ging noch etwas weiter und berichtete von seinen persönlichen Erfahrungen als Schüler beim Besuch des Konzentrationslagers Auschwitz, dessen Befreiung am 27. Januar 1945 das Anlassdatum des Gedenktages ist.

Auf Arnolds Einladung waren Poetry-Slammer aus dem ganzen Bundesgebiet nach Friedberg gekommen und trugen, flankiert von getragener Klaviermusik von Lea Rau, sehr berührende Texte vor einem generationenübergreifenden Publikum vor.

Was Meinungsfreiheit nicht ist

Die Oppershofenerin Katharina Rambeaud setzte sich mit viel Empathie mit der Frage auseinander, welchen Umgang man als Nachgeborener mit dem Thema haben sollte. Aus Karben beteiligten sich Kim Müller und Maria Sailer. Sailer beschäftigte sich in ihrem Text »Liebes Tagebuch, ich weine nicht« mit den unterschiedlichen Arten der Auseinandersetzung mit den Gräueltaten des Dritten Reichs und damit, dass Fassungslosigkeit und das Unvermögen, zu begreifen, zwar in Ordnung seien, das Wichtigste jedoch sei, darauf zu reagieren.

Müller zeichnete in »Der Adler stand dir immer gut« ein aktuelles Bild Deutschlands und kam zum Schluss: »Die Gemeinschaft funktioniert nur zu Fußballzeiten.« Lea Klein aus Bad Nauheim formulierte in »Lasst uns die Welt bewegen« Gedanken zu Hass, Vergangenheit und Zukunft.

Thorsten Zeller, neben Arnold der zweite Vortragende aus der Kreisstadt selbst, wünschte sich eine Gesellschaft, die umsichtig miteinander umginge, in der nicht allein die »Macht des Stärkeren« zählte.

Moderator Arnold beleuchtete die Verantwortungsfrage für Hasskommentare im Internet und stellte klar, was Meinungsfreiheit nicht ist: Eine Erlaubnis dafür, Hass an jedem beliebigen Ort sprühen zu dürfen.

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