14. November 2019, 20:22 Uhr

Pinsel ins Licht getaucht

14. November 2019, 20:22 Uhr

Es ist ein Spannungsfeld zwischen Kunst und Wissenschaft: Die neue Ausstellung »Natur - Spur« in der Galerie der Trinkkuranlage lässt Betrachtern viel Raum für eigene Interpretationen. Erstmals gastiert die Künstlerin Cordula Hesselbarth auf Einladung des Kunstvereins in der Kurstadt. In rund 30 großformatigen Werken und auch kleineren Arbeiten nähert sie sich Spuren der Natur, in Malereien, digitalen und manuellen Zeichnungen sowie einer Licht- und Videoinstallation in der Rotunde, die sie eigens für die Kunstgalerie der Kurstadt konzipiert hat. Eröffnet wird die Ausstellung heute um 19 Uhr.

In ihrer ersten Bad Nauheimer Ausstellung zeigt Hesselbarth Ausschnitte aus vier Werkgruppen: »Flugspuren«, »Lichtspuren«, »Naturschrift« und »Wachsen & Gewebe«. Das verbindende Element ist dabei das Nachspüren von Zeichnung und Linienformation, wie sie in der Natur vorkommen.

Die Natur hinterlässt viele Spuren durch Bewegung. Doch Hesselbarth möchte die Natur nicht einfach nur abbilden. Sie folgt ihren Bewegungsspuren, entdeckt kalligrafische und zeichnerische Spuren in Wasserspiegelungen, zeichnet mit Licht und spürt den Verschlingungen von Wurzelwerk nach. Naturwissenschaft ist für die Professorin für Wissenschaftillustration besonders inspirierend, weil diese immer wieder an die Grenze des Denkbaren stößt. In ihren Ausstellung zeigt sie die Natur so, wie sie sie erlebt und empfindet. Doch geht es nicht nur um ihr persönliches Erleben und Empfinden, sondern um die Dinge der Welt.

Wasserrauschen in der Rotunde

Hesselbarth arbeitet auch mit digitalen Werkzeugen. Seit 2015 ist so die größere Serie von Lichtformen und Lichtfiguren entstanden, die in der Ausstellung zu sehen sein werden. Hesselbarth hat in den Werken bewegte Lichterscheinungen festgehalten, die durch sogenannte kaustische Effekte zustande kommen. Es handelt sich dabei um Lichtbrechungen, die allerdings nicht wie durch eine geschliffene Linse sauber fokussiert ausfallen, sondern unscharf oder verzerrt wie durch Glasscherben oder wie sie auf Wasseroberflächen zu sehen sind.

Licht dient dabei als eine Art »Lichtpinsel«, mit dem die Künstlerin eigene Formen schafft. Sie fängt also quasi das Licht ein, um damit zu zeichnen. Entstanden sind gemalte Bilder und Drucke und Videos, die diese Formentwicklungen in Bewegung zeigen. Eine besondere Videoinstallation erwartet die Besucher in der Rotunde, die über eine besondere Akustik verfügt. »Der Kuppelraum hat mich dazu inspiriert«, sagt Hesselbarth, die sich von den Räumlichkeiten der Galerie beeindruckt zeigt. Die Installation wird von besonderen Klängen begleitet, so wie das Rauschen von Wasser. »Zugleich ein wunderbarer Bezug zu Bad Nauheim«, ergänzt die 2. Vorsitzende des Kunstvereins, Karin Merchel.

Die Ausstellung kann noch bis zum 29. Dezember besucht werden. Geöffnet hat die Galerie der Trinkkuranlage dienstags bis freitags von 14 bis 18 Uhr, sowie samstags, sonntags und an Feiertagen von 11 bis 18 Uhr. Der Eintritt ist frei. Für Sonntag, 29. Dezember, lädt der Vorstand des Kunstvereins um 15 Uhr zum Gespräch mit Cordula Hesselbarth ein. Gemeinsam wollen dann alle das Jahr ausklingen lassen.

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