21. September 2016, 12:00 Uhr

Paradiesvogel der Bach-Familie

Friedberg (ini). Seit einigen Jahren sammelt die katholische Kirchengemeinde Mariä Himmelfahrt mit verschiedensten Aktionen Spenden für eine neue Orgel in der Marienkirche. Eine beliebte Veranstaltungsreihe ist die Serenade in der Marienkirche, die zum fünften Mal stattfand. Dabei begeisterte das Collegium musicum Rosbach unter der Leitung von Joachim Etzel die Zuhörer.
21. September 2016, 12:00 Uhr
Das Collegium musicum Rosbach spielt Musik dreier Bach-Söhne. (Foto: ini)

»Die Familie Bach ist eines der erstaunlichsten Phänomene der Musikgeschichte«, erklärte Etzel, der den Abend moderierte, nach der Begrüßung durch Kaplan Alexander Rothermel. Schon Generationen vor dem berühmten Johann Sebastian seien Mitglieder der Familie bedeutende Musiker gewesen. Und auch vier der Söhne des Kirchenmusikers taten sich als Musiker und Komponisten hervor. Werke von dreien der Söhne standen auf dem Programm der Serenade sowie, als Kontrastprogramm, kleine Klangbilder von Bertold Hummel (1925 bis 2002).
Den Anfang machte die Sinfonie B-Dur von Johann Christian Bach (1735 bis 1782), dem »Paradiesvogel der Bach-Familie«, wie Etzel den jüngsten Sohn Johann Sebastians nannte. Dieser ging nicht nur in jungen Jahren auf Reisen nach Italien und zeigte Interesse an Opern, er konvertierte auch zum Katholizismus. Der Musik dieses »anderen Bach« wurde zu dessen Lebzeiten vorgeworfen, zu gefällig, oberflächlich und leicht zu sein. Die vom Collegium musicum Rosbach vorgetragene Musik zeigte denn auch Leichtigkeit und Beschwingtheit, Eigenschaften, die mehr zu Mozart, dessen Werk er beeinflusste, als zum Vater passten.
Bertold Hummel war Kirchenmusiker und Professor für Komposition. Viele seiner Kompositionen verfasste er für Kinder und Jugendliche. So werden auch die »Epigramme für Streicher« häufig von Jugendorchestern gespielt. Etzel erläuterte einige der Klangbilder mit ihren Besonderheiten. In den insgesamt vier kurzen Sätzen woben die Musiker einen expressiven Klangteppich in den Kirchenraum, der zu einem ungewohnten Hörerlebnis wurde.
Beim Adagio und Fuge d-Moll von Wilhelm Friedemann Bach (1710 bis 1784) glänzten Mareike und Kirstin Gröninger als Solo-Flötistinnen. Das ausdrucksvolle Werk des ältesten Bachsohnes, der ein überragender Organist war, zählt zum empfindsamen Stil. Beendet wurde das Konzert mit Sturm und Drang kontra logisch aufgebauter Musik. Von Carl Philipp Emanuel Bach (1714 bis 1788), der Erfinder der musikalischen Fantasie, spielte das Ensemble die Erste Orchestersinfonie d-Moll. Auf einen Satz ohne Thema folgte ein zarter, transparenter Teil und ein fröhlicher Schlusssatz.

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