10. Oktober 2019, 11:00 Uhr

Gefahrenstelle

Ortsumgehung Heldenbergen: Keine Woche ohne Unfall

Keine Woche ohne Unfall auf der Ortsumgehung von Heldenbergen und Windecken am Abzweig nach Karben. Dass dort dringend etwas getan werden muss, darin sind sich alle Fraktionen im Nidderauer Parlament einig.
10. Oktober 2019, 11:00 Uhr
Begegnungsverkehr: Auf der Nidderauer Umgehungsstraße kommt es immer wieder zu brenzligen Situationen. (Fotos: jwn/pm)

FWG-Fraktionssprecherin Anette Abel brachte es mit ihrem Dringlichkeitsantrag in der jüngsten Sitzung der Nidderauer Stadtverordnetenversammlung auf den Punkt: »Hier darf nicht noch länger zugeschaut werden. Wenn wir nicht noch mehr Tote und Schwerverletzte an dieser Stelle haben wollen, dann muss jetzt gehandelt werden.« Ein Beispiel: Am 16. September werden gegen 7 Uhr mit dem Einsatzstichwort »Verkehrsunfall - Person eingeklemmt auf der B521/B45« die Stadtteilfeuerwehren von Heldenbergen, Windecken, Erbstadt und Eichen alarmiert. Auf der Umgehungsstraße an der Kreuzung Richtung Karben sind ein Kleintransporter und ein Pkw zusammengestoßen. Es gibt vier Verletzte, hohen Schaden und wieder einmal Öl auf der Straße.

Für die Nidderauer Feuerwehren inzwischen ein gewohntes Bild. Die traurige Bilanz allein in diesem noch laufenden Jahr: 28 Verletzte und Zigtausende Euro an Blechschäden. Bereits vor zwei Jahren hatte die Stadtverordnetenversammlung einen Brief an das zuständige Wirtschaftsministerium in Wiesbaden geschickt und um Hilfe gebeten. Doch es kam nur der Hinweis, dass in Hessen nur dann in den fließenden Verkehr eingegriffen werde, wenn eine Straße oder Kreuzung als Unfallhäufungsstelle eingestuft sei. Das ist aber erst dann der Fall, wenn sich innerhalb eines Jahres auf einem Streckenabschnitt von 300 Meter Länge oder an einem Knotenpunkt mindestens fünf Unfälle gleicher Art beziehungsweise mindestens drei Unfälle mit schwerem Personenschaden innerhalb von drei Jahren ereignet haben. Für besagte Stelle träfen diese Kritierien bislang nicht zu.

Da die Unfallhäufigkeit an dieser Kreuzung mittlerweile offenbar auch bei den zuständigen Behörden registriert wurde, hat Hessen Mobil als Straßenbaulastträger in Absprache mit den übrigen Mitgliedern einer Sonderkommission (bestehend aus Hessen Mobil, der Verkehrsbehörde des Main-Kinzig-Kreises, der Polizei und dem Ordnungsamt der Stadt Nidderau) inzwischen ein Schild aufgestellt.

Neues Schild warnt Linksabbieger

Mit diesem werden die Linksabbieger in Richtung Karben auf den Gegenverkehr aus Richtung Altenstadt kommend hingewiesen. Allerdings ist das Schild so klein und steht so nah vor der Kreuzung, dass es den meisten Verkehrsteilnehmern kaum auffallen dürfte. Auch wurde die Abbiegespur aus Richtung Altenstadt mit biegsamen Fahrbahnabweisern abgesichert. Allerdings droht von dieser Spur sowieso keine Gefahr.

Da die bisherigen Maßnahmen kaum Wirkung zeigten und die Unfallhäufigkeit unverändert hoch ist, wird wohl demnächst der zweite Schritt erfolgen. So soll ein weiteres Verkehrszeichen »Gefahrenstelle« mit Unfallszene im Großformat aufgestellt werden. Auch ein stationärer Blitzer ist im Gespräch, allerdings müssten die Kosten dafür allein von der Stadt getragen werden. Erste grobe Schätzungen gehen von rund 200 000 Euro aus, da dann auch noch eine Stromleitung bis zu der Kreuzung gelegt werden muss.

Doch auch eine solche Anlage ist nicht unproblematisch, wie vom städtischen Ordnungsamt zu hören ist. Denn auf der schnurgeraden Umgehungsstraße, die generell zu schnellerem Fahren einlade, könne es vor dem Blitzer zu spontanen Bremsaktionen kommen, die dann wiederum zu Auffahrunfällen führen könnten. Einen Kreisverkehr an dieser Stelle schließt das Ordnungsamt aus bautechnischen Gründen aus, weil dazu die Trasse zu schmal sei.

Als Option bleibt daher wohl nur eine Ampelanlage. Das forderte auch die FWG in ihrem Dringlichkeitsantrag, der am Schluss der Sitzung dann auch von allen Fraktionen befürwortet wurde. Zumal auch das neue, bereits von der Kommission befürwortete Schild noch nicht aufgestellt wurde. Mit dem Beschluss will die Stadtverordnetenversammlung nun Druck auf die Sonderkommission ausüben, die Ende Oktober erneut zusammentritt und einer Entscheidung angesichts der Unfallzahlen wohl kaum aus dem Wege gehen kann.

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