19. November 2019, 20:46 Uhr

Ohne Drehbuch, mit vielen Lachern

19. November 2019, 20:46 Uhr
Helga Liewald und Bernhard Mohr setzen die Ideen des Publikums spontan auf der Bühne um. Foto: all

Mitmachen und mitlachen - dazu haben sich die etwa 120 Gäste von »Neusehland« in Friedberg nicht zweimal bitten lassen. Der Verkaufsraum war am Freitagabend bei der Confidos-Impro-Show »Sauber und scharf« voll besetzt. Mit dem Engagement der Schauspieler Helga Liewald und Bernhard Mohr sowie Michael Bibo am Keyboard habe sich das hessische Familienunternehmen für viele Jahre Zusammenarbeit in der Kreisstadt bedankt, wie Thomas Kupka aus der Unternehmensleitung von »Neusehland« erklärte. Er versprach eine »Show, die es bisher in dieser Form noch nie gegeben hat und die es so auch nie wieder geben wird«. Das war nicht zu viel versprochen, denn wie im Improvisationstheater üblich, entstanden die Sketche, die Szenen aus dem Musiktheater und die Songs ohne Drehbuch, ohne Bühnenbild und ohne Regisseur, sondern alleine aus den Vorgaben des Publikums. Und das spielte in Friedberg von Anfang an eifrig mit.

Sehnsucht nach dem Joh

Aus den pfiffigsten Ideen entwickelten die Künstler kleine Stücke, die der Zuschauer im Entstehen mitverfolgen konnte. Denn die Spieler wussten ebenso wenig wie das Publikum, was im Kopf des Partners auf der Bühne vorging. Das brachte Schwung und Spannung in den Abend und sorgte für unzählige Lacher. Zum Beispiel zum Thema suchen: Brille suchen und Handy suchen. »Mann, immer suchst du dein Handy. Wenn du nur einmal mich so suchen würdest«, beschwert sich die Ehefrau auf der Bühne. »Du piepst ja nie«, antwortet der Mann. »Nein, aber ich wäre auch mal gerne wieder aufgeladen.« Die Künstler nahmen auch immer wieder Bezug auf das Lokalgeschehen, das sich wie ein roter Faden durch den Abend zog. Sie setzten Gefühle und Meinungen zu dem von den Einheimischen so schmerzlich vermissten Kaufhaus Joh ebenso einfallsreich in Gestik, Mimik, Sprache und Bewegung in Szene wie das Geschehen an der Tankstelle in Ossenheim: »einziger Treffpunkt im Ort - bis 21 Uhr, und dann gibt es dort gar nichts mehr«. Donald Trump erklärten sie zum Ehrenbürger des offensichtlich unbeliebten Offenbach. Die Wetter und die Burg dienten als Kulisse für Friedberger Parodien auf Grimm’sche Märchen.

Passend zum Bühnengeschehen fand Michael Bibo aus dem Stand heraus die richtige Begleitung auf dem Keyboard oder warf spontan musikalische Effekte ein. So intonierte er eine südamerikanische Melodie zu einem Song mit dem (vom Publikum vorgegebenen) Titel »Joh, Joh, wir kommen«. Gekonnt witzig, alberner Nonsens.

Ein Höhepunkt vor dem Ende der Show war die Improvisation einer CD mit ebenfalls vom Publikum vorgegebenen Titeln und Musikrichtungen wie »Elvis lebt« (Rock’n’Roll) oder »Rumpeldipumpel, fort sind die Kumpel« (Hip-Hop). Vollends begeisterte das Finale - ein grandioses Opernduett, parodiert von Helga Liewald und Bernhard Mohr mit dem Titel »Das Leben ist schön«.

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