Wetterau

Nun auf dem Rechtsweg

Die Auseinandersetzung über die Besitzverhältnisse der Rentkammerarchive in Büdingen geht in die nächste Runde. Die Vereinigung für Heimatforschung will die Nutzung der Unterlagen nun auf dem Rechtsweg erreichen. Das haben die Mitglieder kürzlich bei ihrer jährlichen Versammlung einstimmig beschlossen, wie der Vorsitzende Christian Vogel mitteilt.
19. Mai 2017, 20:04 Uhr
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Das Schloss in Büdingen ist Sitz der Fürstenfamilie zu Ysenburg und Büdingen. In deren Besitz befinden sich historische Akten, die Heimatforscher einsehen wollen. (Fotos: dpa/pv)

Die Auseinandersetzung über die Besitzverhältnisse der Rentkammerarchive in Büdingen geht in die nächste Runde. Die Vereinigung für Heimatforschung will die Nutzung der Unterlagen nun auf dem Rechtsweg erreichen. Das haben die Mitglieder kürzlich bei ihrer jährlichen Versammlung einstimmig beschlossen, wie der Vorsitzende Christian Vogel mitteilt.

Der Streit dreht sich um die Besitzverhältnisse der Akten der drei Ysenburgischen Rentkammerarchive der Schlösser Büdingen, Meerholz und Wächtersbach und lässt sich auf die Frage reduzieren: Gehört das Archiv dem Land Hessen und muss somit öffentlich zugänglich sein, oder sind die Akten dem Privatbesitz der Fürstenfamilie zuzuordnen? Für die Heimatforscher ist die Antwort klar: Es handele sich um eine staatliche Überlieferung größtenteils aus dem 18. und 19. Jahrhundert und sei nach der Revolution von 1918 gesetzlich nur einstweilen bei Stiftungen geblieben, solange die nicht ganz einfache Teilung der Archive nicht vorgenommen wurde. Die Landesregierung vertritt die Auffassung, dass die Rentkammerarchive zum Privatbesitz der Fürstenfamilie gehören.

Tagung zum Thema Johanniter

»Politische Unterstützung in Wiesbaden ist ausgeblieben und auch nicht mehr zu erwarten«, betonte Vogel. Dabei handele es sich um die wichtigste Überlieferung von 60 Ortschaften, ohne welche die Geschichte dieser Orte nicht geschrieben werden könne. Um mit diesem zurzeit wichtigsten Anliegen der Vereinigung weiterzukommen, beschlossen die Mitglieder, es jetzt auf dem Rechtsweg zu betreiben. Dabei sei zunächst eine Reihe von Verfahrensfragen zu klären, sagte Vogel.

Die Vereinigung für Heimatforschung in Vogelsberg, Wetterau und Kinzigtal (VfH) beschloss ferner einstimmig, dass Schriftführerin Anita Schuldt wegen der Bemühung um gebührenfreie Nutzung des Programms »Airborne Laserscanning« durch ehrenamtlich in der Archäologie Tätige den Präsidenten des Landesamtes für Denkmalpflege einschaltet. Der Landesarchäologe habe trotz Nachfrage nicht einmal geantwortet.

Außerdem stellte Vogel sein neues doppelbändiges Werk »Hessen-Darmstadt in den Revolutionskriegen« vor, das im Verlag der VfH erschienen ist, bei Übernahme aller Kosten durch einen Spender.

Die Herbsttagung der Vereinigung findet am 24. September beim Geschichtsverein Nidda statt und hat zum Thema »Die Johanniter in der Wetterau und Nidda«. 2018 soll die Jahrestagung im September beim Geschichtsverein Ockstadt stattfinden.

Die VfH ist die Dachorganisation von 54 Geschichtsvereinen in Wetteraukreis, Main-Kinzig-Kreis und Altkreis Lauterbach. Ihre Hauptaufgabe sieht sie in der Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Geschichtsvereinen und auf die Region bezogener Geschichtsschreibung.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/wetteraukreis/friedbergbadnauheim/Wetterau-Nun-auf-dem-Rechtsweg;art472,258335

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