22. Juli 2019, 21:02 Uhr

»Niemand will abgekanzelt werden«

22. Juli 2019, 21:02 Uhr
Josef Kopatsch (l.) und Simon Beranek sprechen über die Predigt in der Krise. (Foto: udo)

Bei einer Veranstaltung der Kolpingsfamilie haben Josef Kopatsch und Simon Beranek im Gottfriedssaal über das Thema »Predigt in der Krise?« gesprochen. Kopatsch ist Pfarrer im Ruhestand, bringt eben diesen in Ilbenstadt zu, ist Präses der Kolpingsfamilie und übernimmt oft in Vertretung Gottesdienste. Beranek beendete vor einem Vierteljahr sein Theologiestudium mit dem Magisterabschluss. Er gehört dem Pfarrgemeinderat an und ist Vorsitzender der Jugendkolpinggruppe.

Beranek erläuterte seine Sicht, wonach die Krise der Predigt paradigmatisch für die Krise der Kirche genommen werden könne. Kopatsch widmete sich dem Sabbat und dem Einhalten der Gesetze. Früher habe es Moralpredigten gegeben, diese seien jedoch nutzlos gewesen. Denn der Mensch wolle im Gottesdienst nicht abgekanzelt, sondern aufgebaut werden. Heute stünden in der Heiligen Messe stattdessen Gottes Liebe und Barmherzigkeit im Mittelpunkt. Die Menschen sollten mit der Predigt eine positive Erfahrung machen.

Kopatsch erläuterte auch die zehn Gebote und die fünf Kirchengebote. Es gebe unbedachte lässliche, vorbedachte schwere und Todsünden. Er sei sich sicher, dass ein schwerer Verbrecher, der im letzten Augenblick bereue, von Gott aufgenommen werde.

Beranek befasste sich mit dem »Evangelii Gaudium«, dem ersten Apostolischen Schreiben von Papst Franziskus. Es wurde am 24. November 2013 promulgiert und trägt den Untertitel »Über die Verkündigung des Evangeliums in der Welt von heute«. Beranek sagte, Franziskus gebe darin Hinweise für Prediger zu den Themen Nähe zum Volk, verständliche Sprache, Eingehen auf die Sorgen und Nöte des Alltags, Kirche als Mutter. Es gebe die Kriterien Auslegung, Definition, Appell, Lobpreis, Erzählung, Biografie. Zur Vorbereitung einer Predigt gehörten Lesen der Schrifttexte, Verbindung mit aktuellen Themen, Abholen der Menschen und Hilfestellung für den Alltag. Wichtig seien Relevanz, Emotionen, Pointierung und Substanz.

Auch junge Leute interessiert

Kolpingsprecher Peter Zöller dankte den Referenten für ihr Engagement. Im Diskussionsteil kam unter anderem die Meinung auf, Papst Franziskus widme sich mit seinen Ratschlägen nicht der ästhetischen Gestaltung der Predigt, sondern vielmehr rhetorischen Fragen. Damit stehe er in seiner jesuitischen Tradition.

Dass es in der südlichen Wetterau nicht ganz schlecht mit den Gottesdiensten, der Predigt und den kirchlichen Fragen bestellt ist, erwies der Besuch von neun jungen Erwachsenen bei dem Vortrag.

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