16. August 2018, 09:03 Uhr

Wetterauer Kreistag

Newcomer Matthias Walther wird Hauptamtlicher im Kreis

Die Große Koalition hat am Mittwoch den 44-jährigen Logistiker Matthias Walther zum zweiten hauptamtlichen Kreisbeigeordneten gewählt. Auf Walther entfielen 42 Stimmen.
16. August 2018, 09:03 Uhr
Gratulation: Der neue Kreisbeigeordnete Matthias Walther (2.v.l.) mit der Kreisspitze. (Foto: jw)

Übersehen kann man ihn nicht. Der 44-jährige Diplom-Logistiker Matthias Walther aus Geiß-Nidda ist 1,98 Meter groß. Nur in der Kreispolitik wurde er bislang nicht gesichtet. Ein völlig »unbeleckter« Mann für so einen wichtigen Posten? »Ich war doch auch unbeleckt«, kommentierte Landrat Jan Weckler diese Konstellation. Jemand von außen können durchaus frischen Wind in die Kreisverwaltung bringen.

Die Opposition sah dies naturgemäß anders, was am Ergebnis nichts änderte. Beim Urnengang votierten von 76 anwesenden Kreistagsabgeordneten 42 für den CDU-Kandidaten; da bei der SPD zwei Mandatsträger fehlten, kam die Große Koalition am Mittwoch nur auf 46 Stimmen. Vier Koalitionsmitglieder dürften Walther die Gefolgschaft verweigert haben. Zwei Stimmen waren ungültig, es gab eine Enthaltung und 19 Nein-Stimmen. Immerhin zwölf Stimmen konnte Thomas Zebunke (Grüne) verbuchen, der angetreten war, obwohl seine Partei den Posten eigentlich gerne gestrichen hätte.

Rätselraten um die Abweichler

»Die SPD hat komplett für Walther gestimmt«, sagte ein Fraktionsmitglied nach der Abstimmung. »Die CDU hat unsere Erste Kreisbeigeordnete mitgewählt, also haben wir auch ihren Kandidaten gewählt.« Diese Abmachung wurde im Koalitionsvertrag festgeschrieben. Hätte die SPD nicht zugestimmt, wäre dies das Ende der Zusammenarbeit gewesen. Walther wurde auf Vorschlag der Wetterauer CDU-Vorsitzenden und Staatsministerin Lucia Puttrich für den Posten ausgewählt. Es gibt in der CDU einige Abgeordnete, die Puttrichs Personalentscheidungen der letzten Zeit intern, aber auch mehr oder weniger öffentlich kritisierten.

Am 17. September soll Walther sein Amt in der Kreisverwaltung antreten; er wird die Kämmerei und das Dezernat für Kreisentwicklung übernehmen. Derzeit ist der verheiratete Vater zweier Kinder bei Fraport als Senior-Projectkontroller tätig. In der Logistik gehe es um die Organisation von Arbeitsprozessen, sagte Walther der WZ. »Damit kenne ich mich aus.« Seit 2001 ist er CDU-Mitglied, war bereits in der Jungen Union aktiv, ist in Geiß-Nidda stellvertretender Vorsitzender des Ortsbeirats.

Opposition: Wahl ist eine Farce

Die Opposition ließ kein gutes Haar an der Wahl. Grüne, FDP, Freie Wähler, AfD und Linke/Piraten halten den Posten für verzichtbar, sprachen von Geldverschwendung, nannten den Wahlvorgang »eine Farce«. Den Vorschlag von Erich Spamer (FW), die beiden Kandidaten sollten sich im Kreistag vorstellen, lehnte die Koalition ab. »Dann wählen die eben einen Unbekannten«, hieß es aus den Reihen der Grünen. Die Vorstellung des Kandidaten durch den CDU-Fraktionsvorsitzenden Sebastian Wysocki kam nicht über Allgemeinplätze hinaus (»kein Verwaltungsexperte, aber fest verwurzelt in der Wetterau und sehr kommunikativ«).

Jörg-Uwe Hahn (FDP) zeigte wenig Verständnis für den »Zählkandidaten« Zebunke, der nach Meinung des Grünen-Fraktionsvorsitzenden Michael Rückl freilich »der bessere Kandidat« sei: »Er ist Verwaltungsexperte.« Hahn erinnerte auch daran, dass die FDP zuletzt auf einen Hauptamtlichen verzichtet hatte: »Ex-Landrat Joachim Arnold muss ein Superheld gewesen sein«, schließlich hatte Arnold nur einen Hauptamtlichen an seiner Seite. Die Koalition ließ sich davon nicht beirren. »Die Herausforderungen steigen. Wir brauchen den zusätzlichen Hauptamtlichen«, sagte Stefan Lux (SPD).

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