08. August 2019, 20:41 Uhr

Neues Dach für historisches Gebäude

08. August 2019, 20:41 Uhr
Vor dem sanierten Gebäude: Bürgermeister Eike See (r.) im Gespräch mit Jagdpächter Werner Wolf und dem Klimaschutzmanager der Gemeinde, Markus Michel (l.). (Foto: pm)

Das Steinerne Haus steht seit Jahrzehnten im Wohnbacher Wald. Die meisten Besucher finden sich dort bei der Waldweihnacht ein. Genutzt wird es unter anderem auch als Treffpunkt der Jäger und zur Lagerung von Materialien, die vom Förster im Wald benötigt werden. Doch das Gebäude war in die Jahre gekommen. Nun wurden Sanierungsarbeiten vorgenommen und das Dach wurde vollständig erneuert.

Schon im Jahr 1856 wurde mit dem Bau des Steinernen Hauses begonnen. Anders als man vielleicht vermutet, wurde der Antrag »auf Erbauung einer Waldarbeiterschutzhütte« nicht von der Gemeinde Wohnbach, sondern der Gemeinde Wölfersheim gestellt. Zur damaligen Zeit hatten die Wölfersheimer die Nutzungsrechte am Wald von den Wohnbachern gepachtet.

Noch im gleichen Jahr konnte der Bau fertiggestellt werden. Anders als heute war man auf lokale Baumaterialien angewiesen. So stammen die Steine für das Haus aus einem Graben neben der Römerstraße. Bereits um 1900 musste das Dach des Gebäudes erneuert werden. Seit dieser Zeit wurde das Häuschen auch als Jagdhütte genutzt. Die Jagdpächter Julius Philippi, Hermann Rückeisen (Urgroßvater des heutigen Pächters), Otto Wolf, Georg Wolf, Paul Philippi, Norbert Körber, Erwin Schröder und Theo Bauer haben bis 2017 diese Tradition fortgesetzt.

2018 übernahm der heutige Jagdpächter Werner Wolf von der Gemeinde die Schlüssel für das Steinerne Haus, das sich in einem schlechten Zustand befand. Kamin und Dach drohten einzustürzen. Außerdem gab es Risse in den Mauern. Fenster und Türen hatte man versucht aufzubrechen; dabei wurde großer Schaden angerichtet. Um die seit 1987 bestehende Waldweihnacht auch zukünftig durchführen zu können, musste eine Sanierung stattfinden. Nach einem kurzen Gespräch zwischen Gemeinde und Jagdpächter sei schnell eine Lösung gefunden worden, teilt Bürgermeister Eike See mit. Die Gemeinde übernehme die Kosten für die Sanierung des Daches; der Jagdpächter sei für die Sanierung des Gebäudes innen und außen zuständig.

Nach der Erneuerung des Dachstuhls wurde ein modernes Blechdach installiert, das auch den angrenzenden Lagerraum überspannt. Insgesamt investierte die Gemeinde rund 14 000 Euro. Auch dank der Leistungen der Jagdpächter erstrahlt das kleine Haus nun in neuem Glanz. »Die Jagdpächter übernehmen in unseren Wäldern wichtige Aufgaben, die weit über die eigentliche Jagd hinausgehen. Sie arbeiten eng mit den Förstern zusammen und unterstützen auch bei Arbeitseinsätzen. Daher ist ein regelmäßiger Austausch wichtig«, sagt See.

Das Steinerne Haus biete hierfür optimale Bedingungen. Er dankte den Jägern für die unkomplizierte und gemeinschaftliche Zusammenarbeit.

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