05. März 2019, 20:32 Uhr

Neue Uhrzeit, neue Kooperationen

05. März 2019, 20:32 Uhr
Matthias Kowalczyk

Neuerungen bei der Sinfoniekonzert-Reihe: Erstmals veranstalten der Förderkreis Sinfonische Musik und die Musikschule Bad Nauheim in enger Kooperation ein erweitertes Sinfoniekonzert-Angebot mit insgesamt sechs Sinfoniekonzerten. Auch das bisherige Abonnement wurde durch zwei Alternativen erweitert. Interessenten können zwischen dem großen Abonnement mit sechs Konzerten, dem Standardabonnement mit vier Konzerten (wie bisher) und dem kleinen Abonnement mit drei Konzerten auswählen.

Erfindung macht es möglich

Eine weitere Neuigkeit ist die Vorverlegung des Beginns aller Konzerte von 16.30 Uhr auf 16 Uhr.

Die Kammerphilharmonie Bad Nauheim präsentiert am Sonntag, 10. März, um 16 Uhr im Jugendstiltheater unter Leitung von Uwe Krause einige der Darmstädter Ouvertüren von Georg Friedrich Telemann, das Konzert für Trompete und Orchester in Es-Dur von Johann Nepomuk Hummel und die »Jupiter-Sinfonie«, Nr. 41 in C-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart. Solist an der Trompete ist Matthias Kowalczyk. Alle drei Werke sind beliebte und im Konzertsaal häufig zu hörende Stücke.

Telemann, der oft als »Vielschreiber« bezeichnet wurde, hat über 3600 verzeichnete Werke, mehr als Bach und Händel zusammen, hinterlassen. Er war bereits zu seinen Lebzeiten ein gefeierter Komponistenstar. Nach seinem Tod geriet er in die öffentliche Kritik und verschwand aus dem Konzertleben. Erst nach 1945 hat die Musikwissenschaft Telemann rehabilitiert und seine Bedeutung für die Musikgeschichte erkannt. Heute steht er dank vieler Neuausgaben als der interessante Meister jener mächtigen Musikergeneration gleich hinter Bach und Händel. Neben dem Trompetenkonzert von Joseph Haydn, stellt das Konzert von Johann Nepomuk Hummel das einzige Trompetenkonzert der Klassik dar. Der Grund für die Komposition dieser zwei Instrumentalkonzerte war die Erfindung des Wiener Trompeter Anton Weidinger (1766–1852): Die Klappentrompete. Mit ihr war es möglich, auch in tieferer Lage kleine Intervalle bis hin zu chromatischen Läufen zu spielen. Etwas, was mit der bis dahin verwendeten Naturtrompete unmöglich war.

Hummel erwarb sich große Verdienste, indem er sich maßgeblich für einheitliche Urheberrechtsgesetze innerhalb der Staaten des Deutschen Bundes einsetzte. Gegen Lebensende verblasste sein Ruhm; dennoch starb er als einer der ersten reich gewordenen Komponisten der Musikgeschichte.

Innerhalb von kaum mehr als sechs Wochen hatte Mozart drei Sinfonien komponiert, die zusammen mit der »Prager« Sinfonie vom Dezember 1786 beweisen, welch großartigen Beitrag Mozart zu dieser Musikgattung geleistet hat. Die C-Dur-Sinfonie ist zugleich altmeisterlich und avantgardistisch, einfach und groß, kunstvoll und spielerisch – nicht ohne Grund nannte man sie bald Jupiter-Sinfonie.

Zu Mozarts Lebzeiten wurde sie wohl nicht gespielt, aber aus ihrem Jupiterkopf – gemeint ist vor allem das polyphon sprühende Finale – zuckten Blitze weit ins 19. Jahrhundert hinein. Das Sinfoniefinale, das kein Kehraus mehr ist, sondern Hauptstück, war erfunden, und zündete in den Köpfen von Ludwig van Beethoven, Johannes Brahms, Anton Bruckner und Gustav Mahler.

Eintrittskarten im Vorverkauf erhält man bei der Tourist Information Bad Nauheim, In den Kolonnaden 1, Tel.; 0 60 32/92 99 29 oder im Internet unter anderem über www.sinfonie-badnauheim.de. Dort gibt es auch Auskünfte zu den Abonnements. Diese können bis Freitag, 8. März, erworben werden. (Foto: Archiv)

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