05. Februar 2019, 11:00 Uhr

Wohnpark

Neue Reihenhäuser: Wohnpark mit 15 Eigenheim soll in Friedberg entstehen

Überall fehlt Wohnraum, die Lösung lautet »Nachverdichtung«: Brach liegende Grundstücke werden endlich bebaut. Ein Beispiel ist ein rund 4600 Quadratmeter großes Areal in Friedberg-Fauerbach.
05. Februar 2019, 11:00 Uhr
wagner_jw
Von Jürgen Wagner
Seit Jahrzehnten liegt das Grundstück in der Straße Am Kindergarten in Friedberg-Fauerbach brach. Ein Investor baut dort nun einen Reihenhaus-Wonhpark mit 15 Eigenheimen. (Foto: Nici Merz)

Ein Keller ist eine feine Sache. Man kann dort einen Hobbyraum einrichten, Sport treiben, einem Handwerk nachgehen oder eine Sauna einbauen. Vor allem bieten Keller jede Menge Stauraum. Das verführt mitunter dazu, dass manche Familien den Keller über die Jahre hin mit Zeug vollstopfen, das sie gar nicht mehr benötigen. Ein weiteres Argument gegen einen Keller sind die Kosten. Ohne Keller wird’s günstiger. Mit Keller erhöhen sich aber die Verkaufschancen, will man sich wieder von dem Haus trennen. Andererseits kann man auch unter dem Dach oder in einem Gartenhaus Stauraum schaffen. Für junge Familien, die jeden Euro zweimal umdrehen müssen, sind kellerlose Reihenhäuser daher eine Alternative.

Die Deutsche Reihenhaus AG aus Köln will in der Straße Am Kindergarten in der Nähe des Fauerbacher Sportplatzes einen Reihenhaus-Wohnpark mit 15 Eigenheimen bauen. Zwei verschiedene Haustypen sind vorgesehen, mit 120 bzw. 145 Quadratmeter Wohnfläche. Die Reihenhäuser erhalten jeweils zwei Vollgeschosse und ein ausgebautes Dachgeschoss mit Satteldach. Der fehlende Keller wird ersetzt durch einen Vorgartenschrank, einen Terrassenschrank und eine Gartenbox. Die Dächer der Gartenboxen und Terrassenschränke werden begrünt.

 

Mehr oder weniger Verkehr?

Das leere Grundstück, auf dem früher eine Gärtnerei stand, liegt seit Jahrzehnten brach. Im hinteren Bereich stehen ein Einfamilienhaus und kleinere Gebäude. Ringsum stehen Wohnhäuser. Den größten Teil des Grundstücks, rund 3700 Quadratmeter, verkaufte die bisherige Eigentümerin im Dezember 2018 an die Deutsche Reihenhaus AG. Der Investor hat ein Konzept vorgelegt, das vier Reihenhausgruppen vorsieht. Für jedes der 15 Häuser sind eine Garage und je ein offener Pkw-Stellplatz vorgesehen. Die Häuser weisen eine West-Ost-Ausrichtung vor, für alle vier Hausgruppen entstehen Süd-West-Gärten. Die Wohnanlage wird über eine Privatstraße erschlossen. Es gibt einen zentralen Abfallsammelplatz und eine Technikzentrale mit Flachdach.

Ohne Keller, das sei eine relativ neue Bauweise, sagte Evelyn Weiß (SPD) im Ortsbeirat der Kernstadt. »Allerdings hat sich auch die Vorratshaltung gegenüber früheren Zeiten verändert.« Silvia Elm-Gelsebach (FDP) erinnerte daran, dass es beim Bebauungsplanverfahren für die Wohnanlage auf dem ehemaligen Opel-Kuhl-Grundstück etliche Einwendungen der Anwohner gab. Sie sorgten sich um zunehmenden Autoverkehr, da diese Wohnanlage nur über die Straße Am Runden Garten erschlossen wird. Die 15 Reihenhäuser in der benachbarten Straße Am Kindergarten kämen nun hinzu. Der Verkehr sei kein größeres Problem, er werde nach der Bebauung sogar abnehmen, sagte Martina Pfannmüller (CDU). »Als es hier noch den Werkstattbetrieb gab, waren es nach Aussage des früheren Besitzers rund 100 Autobewegungen pro Tag.« Künftig seien es deutlich weniger Fahrzeuge.

Der Ortsbeirat hat dem Bebauungsplan einstimmig zugestimmt. Die Stadtverordnetenversammlung wird sich am 21. Februar mit der Vorlage befassen.

Info

Eigentümergemeinschaft

Das Nutzungskonzept der Deutschen Reihenhaus AG sieht für den Wohnpark eine Teilung nach dem Wohnungseigentumsgesetz vor. Die Eigentümer der Reihenhäuser bilden eine Eigentümergemeinschaft auf einem gemeinsamen Grundstück. Die Wege zu den Häusern und der Abfallsammelplatz bleiben im Besitz der Eigentümergemeinschaft. Pflege und Instandhaltung der privaten Wege, der Pkw-Parkplätze und der Grünflächen sind ebenfalls Privatsache. Darum kümmert sich ein Verwalter. In der Vorhabenbeschreibung des Bauträgers heißt es dazu: »In der Konsequenz entstehen der öffentlichen Hand weder Investitions- noch Folgekosten, und auch die Verkehrssicherungspflicht bleibt bei der Eigentümergemeinschaft.« 



0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos