19. Oktober 2019, 14:30 Uhr

Eltern-Demo

Neue Kita Taunusstraße: Eltern ud Kinder brauchen viel Geduld

Die Friedberger Stadtverordneten haben die Offenlage des Bebauungsplans für die Kita Taunusstraße beschlossen. In trovckenen Tüchern ist der bau deshalb noch lange nicht.
19. Oktober 2019, 14:30 Uhr
»Wo sollen wir hin?«, fragen Kinder und Eltern. Kita-Dezernent Fenske (Grüne) versucht, die Gemüter zu beruhigen. (Foto: Wagner)

Für die Kita-Kinder war der Ausflug zum Kreishaus ein großer Spaß. Sie düsten mit Laufrädern über den Europaplatz, erkundeten den Brunnen. Kinder, Eltern und Großeltern hatten Transparente gemalt, um deutlich zu machen: Die neue Kita wird gebraucht, und die Kirche sollte weiterhin die Trägerschaft übernehmen. Kita-Dezernent Markus Fenske (Grüne) versuchte, die Gemüter zu beruhigen. Er versprach den Eltern, alles zu tun, um genügend Kita-Plätze zur Verfügung zu stellen. Die Entscheidung falle nicht er, sondern die Stadtverordnetenversammlung. »Die Stadt hat noch Kapazitäten frei«, sagte Fenske.

Bevor Stadtverordnetenvorsteher Hendrik Hollender (CDU) den drittletzten Tagesordnungpunkt »Bebauungsplan Kita-Taunusstraße« aufrief, informierte Fenske über die weiteren Pläne hinsichtlich der Kitas. So wurden seit Jahren die Eltern-Gebühren nicht erhöht. Das soll nun nachgeholt werden. Wie Fenske sagte, sollen die Gebühren für Hort und Krippe um 2 Prozent und für den regulären Kita-Besuch um 8 Prozent steigen. Fenske schlägt vor, die Gebühren in den Folgejahren moderat anzuheben. Dies sei besser, als plötzlich 15 Prozent mehr zu verlangen. Im Dezember soll darüber abgestimmt werden.

Trägerschaft wird geklärt

Im Dezember soll auch über die Trägerschaft der neuen Kita entscheiden werden. Die Kirche vertritt die Auffassung, die Stadt könne die Trägerschaft von der Wintersteinstraße auf die Taunusstraße übertragen. Ein Gutachten, dass die Stadt erstellen ließ, sage das Gegenteil, führte Fenske aus. »Das gefällt mir auch nicht, aber das sagt nun einmal das Gutachten aus.« Die Stadt werde eine zweite Meinung einholen.

Der Kita-Dezernent zeigte sich »erstaunt über den harschen Tonfall« der Kirchenvertreter, die den Politikern einen Brandbrief geschickt hatten (die WZ berichtete). Einen Brief, den er nur über Dritte erhalten habe, wie Fenske rügte. »Das ist kein guter Umgangsstil.« Er habe Verständnis für die Sorgen der evangelischen Kirche, sagte der Kita-Dezernent, der (als Mitglied dieser Kirche) eigens in einem violetten Hemd (der Farbe der evangelischen Landeskirche) im Plenarsaal erschien. Die Stadt müsse aber rechtliche Rahmenbedingungen beachten.

Die Eltern durften immerhin eine durchaus spannende und auch erkenntnisreiche Sitzung erleben. Selbst die durchaus zeitintensive Einbringung des Haushaltsentwurfs durch Kämmerin Marion Götz (SPD) war informativ. »Erstmals kann man den Haushalt verstehen«, äußerten gleich mehrere Stadtverordnete nach dem Vortrag von Götz.

Dann war Punkt 22 an der Reihe, die Kita Taunusstraße, der Bebauungsplan soll offengelegt werden, was heißt: Jetzt können die Bürger Stellungnahmen dazu abgeben. Da sich auf die Frage des Stadtverordnetenvorstehers, ob es dazu Stellungnahme seitens der Fraktionen gibt, meldete sich niemand. So schritt Hollender zur Abstimmung, die eine große Mehrheit für die Offenlage brachte. Lediglich die UWG und die Grünen stimmten gegen die Pläne (womit die Grünen auch gegen die Pläne ihres eigenen Dezernenten stimmten).

Bedenken wegen Versiegelung

Auch wenn sie an diesem Abend nicht zur Sprache kamen und die Eltern mit leichtem Frust auf den Mienen wieder abzogen, sind die Argumente gegen eine Bebauung bekannt: Wertvolles Ackerland wird versiegelt. Außerdem fragen sich einige Stadtverordnete, ob die Kita Winterstein nicht doch renoviert werden kann und der Gemeindesaal für zwei weitere Kita-Gruppen eingerichtet werden könnte. Der SPD-Fraktionsvorsitzende Dr. Klaus-Dieter Rack hat eine Presseerklärung angekündigt. Die Offenlage gebe allen Zeit, die Sache noch einmal gründlich zu überdenken. Eines stehe für die SPD aber fest: Sollte es zum Bau der Kita Taunusstraße kommen, müsse einer Wohnbebauung links und rechts der Kita schon im Vorfeld ein Riegel vorgeschoben werden.

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