08. März 2019, 20:57 Uhr

Mutige Kämpferinnen

Missbrauch und Machtmissbrauch. Das gibt es weltweit und in allen Kulturen. Frauen sind am häufigsten betroffen. Regisseurin Barbara Miller hat fünf Frauen aus fünf Kulturen porträtiert, um auf prekäre Situationen von Frauen aufmerksam zu machen. Daraus ist der Dokumentarfilm #femalepleasure entstanden. Einer, der genau zu den Forderungen der Soroptimistinnen in Bad Nauheim passt.
08. März 2019, 20:57 Uhr
Regisseurin Barbara Miller (l.) erzählt die Geschichte der Frauen (v. l.) Megumi Igarashi, Leyla Hussein, Vithika Yadav und Doris Wagner. Deborah Feldman konnte beim Fototermin nicht mit dabei sein. (Fotos: X-Verleih AG)

Sie alle eint ein Schicksal. Frauen werden unterdrückt. Macht, Machtmissbrauch und Missbrauch. Doch die fünf mutigen Frauen aus dem Film »#femalepleasrue kämpfen dagegen an: Weil der Inhalt des Films und die Botschaft sehr gut zu Zielen und Projekten des Soroptimist-Club aus Bad Nauheim passt, haben die Soroptimist-Frauen einen Filmabend organisiert. Am Mittwoch, 27. März, zeigt der Club den Film #femalepleasure im Central in Friedberg. Herausragend ist, dass eine der Protagonistinnen, Doris Wagner, am Abend vor Ort sein wird, um mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen. Wagner wird zur Zeit in der Presse, im TV und im Radio fast täglich interviewt, weil sie ihren Missbrauch als katholische Nonne öffentlich gemacht hat und Aufklärung in der katholischen Kirche fordert.

Das Projekt des Monats

Für den Soroptimist-Club ist es eine Herzensangelegenheit, diesen Film »unter die Leute zu bringen«, sagt Anne Wilmers, die den Filmabend moderieren wird. Der Club setzt sich seit 28 Jahren in Bad Nauheim für Frauen und deren Rechte ein. Im Club sind berufstätige Frauen aus unterschiedlichen Bereichen organisiert, die sich einerseits zu monatlichen Vorträgen treffen und auch weltweite Projekte unterstützen.

Mit einem eigenen Projekt in Friedberg sind die Soroptimistinnen jetzt clubintern mit der Auszeichnung »Projekt des Monats« bedacht worden. Die Frauen organisieren ein Selbstbehauptungsprojekt für hörgeschädigte Mädchen an der Johannes-Vatter-Schule. »Man weiß, dass gehandicapte Mädchen viel häufiger Opfer sexueller Übergriffe werden, als Mädchen ohne Einschränkungen«, erklärt Wilmers. Daher sei man auf die Idee gekommen, zusammen mit hörenden Mädchen dieses Projekt an der Schule zu ermöglichen.

Hier schließt sich der Kreis zum Film #femalepleasure. Im vergangenen Jahr haben die Bad Nauheimer Soroptimistinnen den Film bei einer Tagung in Österreich gesehen und waren beeindruckt. Regisseurin Barbara Miller war vor Ort und hat für ihren Dokumentarfilm geworben.

Fünf mutige Frauen stehen im Zentrum des Films. Sie brechen das Tabu des Schweigens und der Scham, das ihnen die Gesellschaft oder ihre religiösen Gemeinschaften mit ihren patriarchalen Strukturen auferlegen. Deborah Feldman, Leyla Hussein, Rokudenashiko, Doris Wagner und Vithika Yadav setzen sich für sexuelle Aufklärung und Selbstbestimmung aller Frauen ein, hinweg über gesellschaftliche sowie religiöse Normen. Dafür zahlen sie einen hohen Preis – sie werden diffamiert, verfolgt, verstoßen und bedroht.

Ursprünglich haben die Soroptimistinnen Regisseurin Miller für den Filmabend eingeladen. Dazu haben sie zur Finanzierung einen Antrag bei der Initiative »Partnerschaft für Demokratie im Wetteraukreis« gestellt. »Wir wollen Frauenthemen in die Welt bringen«, sagt Wilmers. Und so haben sie auch gleich noch bei den selben Partnerschaftsinitiativen in Wiesbaden und Langen nachgefragt und um Unterstützung gebeten. Das hat geklappt. Der Film wird also nicht nur in Friedberg im »Central« zu sehen sein, sondern auch in Wiesbaden und Langen.

Hilfe in der Wetterau

Um das alles vorzubereiten, haben sich die Soroptimistinnen in Wiesbaden mit Gleichgesinnten und Doris Wagner getroffen. Wagner wird sich nach dem Film eine Stunde Zeit nehmen, um mit Zuschauern zu sprechen. Die Regisseurin muss an diesem Tag zum Filmstart nach Frankreich und kann nicht in Friedberg sein. »Es ist kein Termin nur für Frauen, junge Männer sind uns besonders willkommen«, sagt Wilmers.

Wer durch den Film auf die Missstände von Frauen aufmerksam geworden ist und vor Ort Hilfe sucht, findet ebenfalls Ansprechpartner. Vertreterinnen des Frauennotrufs aus Nidda, vom Frauenhaus Wetterau und vom Verein »Wildwasser« werden da sein. Der Film wird am Mittwoch, 27. März, um 19 Uhr im Central-Studio in Friedberg gezeigt. Karten gibt es bei der Buchhandlung Bindernagel. Menschen unter 25 Jahren zahlen 3 Euro Eintritt, Menschen über 25 Jahre zahlen 5 Euro.

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