14. Juni 2019, 17:46 Uhr

Musikalisches und Interessantes

14. Juni 2019, 17:46 Uhr
»Admiral« Prof. Adalbert Wollrab (l.), »Kapitän« Norbert Quaiser und Maja Wollrab steuern die BdVler nach St. Pauli. (Foto: pv)

Zum letzten Begegnungsnachmittag vor der Sommerpause hatte der Bund der Vertriebenen in das Erika-Pitzer-Begegnungszentrum eingeladen. Die Gäste waren für die »große Fahrt nach St. Pauli« zünftig wie Seeleute ausgerüstet. Norbert Quaiser am Keyboard und Gottfried Leitner mit seinem Schifferklavier zogen alle Register ihres musikalischen Könnens. Auf der »Reling« drängten sich Mitfahrer, die unbedingt nach St. Pauli mitgenommen werden möchten: Hilda Grobauer wollte eine »Sommer-Sonnenwende« erleben, Anni Appel und Ingeborg Vetter rissen aus ihrem Pfarrbüro aus, Bertl Kriegk wollte einfach mal Urlaub machen und Erwin Gröger kam auf den »Vergnügungsdampfer«, obwohl er seine Badehose vergessen hatte. Kreisvorsitzender Reinhard Schwarz hatte einen Stapel Lesebücher mit an Bord genommen.

Über Wasser, aber zu Heilzwecken bei der Schroth-Kur und bei Prießnitz-Wickeln, sprach Helmut Körner. »Sowohl der Bauer und Fuhrmann Johann Schroth als auch der Bauer Vincenz Prießnitz wurden im Altvaterland auf schlesischer Seite geboren. Schroth 1798 in Bömischdorf und Prießnitz 1799 in Gräfenberg. Beide gingen im nahen Freiwaldau in die Volksschule« erklärte Körner. Das Schicksal traf beide schon in ihrer Schulzeit mit einschneidenden Veränderungen. Schroth litt nach einem Unfall an einer nicht heilen wollenden Schienbeinwunde und einem steifen Knie. Prießnitz wurde von einem Wagen überrollt, erlitt Rippenbrüche und ein unheilbares Brustleiden. Ein Mönch riet Schroth, seine Wunde immer wieder mit klarem Quellwasser auszuwaschen. Das tat er und bandagierte sie mit einem feuchten und einem trockenen Tuch. Bei der Versorgung seiner Pferde beobachtete er, dass sie selbst das beste Futter stehen ließen, wenn sie sich unwohl fühlten. Dieses Verhalten brachte er mit seiner Lage in Verbindung. Er kam auf die Idee, seine Wasseranwendungen durch eine Kost von trockenen Semmeln zu ergänzen. Das kalte Wasser von außen, mit der Erwärmung des Körpers bis zum Schwitzen und die trockenen Semmeln von innen, hatten nach seiner Beobachtung einen positiven Einfluss auf die »inneren Säfte« des Körpers. Mit seiner Selbstbehandlung, die er immer mehr verbesserte und anderen empfahl, verschaffte er sich einen so guten Ruf, dass er schließlich sein Haus in eine Heilanstalt umwandelte. Auch Prießnitz renkte seine Rippen durch Bewegungen selbst ein und befestigte den Brustkorb durch einen feuchten und trockenen Wickelverband. »Schroth und Prießnitz hatten mit ihren Behandlungsmethoden Erfolge, die sich schnell herumsprachen. Die Heilanstalten von Schroth und Prießnitz wurden von deren Kindern weitergeführt und ausgebaut und sind längst medizinisch anerkannt«, schloß Körner seine mit viel Beifall bedachten Ausführungen.

Schließlich erinnerte Norbert Quaiser daran, auf Wiedersehen zu sagen. Nach der Sommerpause findet das nächste Treffen am 1. Oktober statt.

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