13. November 2019, 20:16 Uhr

Musikalische Kontroversen

13. November 2019, 20:16 Uhr
Das »Collegium Musicum Rosbach« ist ein Zusammenschluss von Menschen, die aus Lust am Musizieren zusammenkommen und sich intensiv und leidenschaftlich mit Werken vom Barock bis zur Moderne beschäftigen. (Fotos: lh)

Die musikalische Kontroverse der Generationen hatte sich die Verzauberwelt Baidergasse als Thema für ihr diesjähriges festliches Novemberkonzert in der Adolf-Reichwein-Halle ausgesucht. Es spielte das Streichorchester »Collegium Musicum Rosbach« unter der bewährten Leitung von Joachim Etzel. Das Collegium ist ein Zusammenschluss von Menschen, die aus Lust am Musizieren zusammenkommen und sich intensiv und leidenschaftlich mit Werken vom Barock bis zur Moderne beschäftigen. Es wurde in den 1970er Jahren von Gerhard Melchior gegründet, der die Leitung 1999 an Joachim Etzel übertrug.

Klassische Werke beliebter und bekannter Komponisten des 18. Jahrhunderts standen den vier Stücken für Streicher des jüdischen Deutsch-Amerikaners Peter Jona Korn gegenüber. Er arbeitete zwar in den Traditionen seiner musikalischen Vorfahren, ließ sich aber aufgrund seiner vielfältigen und oft sehr kontrastreichen Werke nie auf nur eine Richtung festlegen.

»Ich wünsche allen hier einen nachdenklichen, und trotz aller Widrigkeiten dieser Zeit mit ihren scheinbar unüberbrückbaren Kontrasten, einen wunderschönen Abend«, hatte Initiator Gottfried Blöcher zu Beginn seinen Gästen mit auf den musikalischen Weg gegeben. »Wir vereinen heute vier bemerkenswerte Komponisten im gemeinsamen Konzert.« Es seien Menschen, die allesamt Außergewöhnliches geleistet hätten, die zu unserer Kultur gehörten, und die wir bewundern.

Der Abend mit dem Titel »ZeitKontrast« begann mit der Symphony Nr. 5 von William Boyce, einer kraftvoll-festlichen Komposition, die mit ihren Pauken und Trompeten der Musik des Zeitgenossen J. F. Händel ähnlich war. Das Orchester verstand es, den Charakter von Fuge und zwei Tanzsätzen des zeitweilig vergessenen, nun aber wiederentdeckten Komponisten einfühlsam, und temperamentvoll zugleich, mit Leben zu erfüllen.

Bevor man sich den vier Stücken op. 46 von Peter Jona Korn widmete, erfuhr das Publikum eine kleine Einführung in dessen Musik. Korn bekam schon im Alter von 10 Jahren Kompositionsunterricht und hatte sich zeitlebens sowohl der tonal gebundenen Harmonik, als auch der freien Tonalität zugewandt. Im Anschluss an einige Klangbeispiele ertönten Moderato, Scherzo, Romanze a tre und Rondo und ließen die Zuhörer teilhaben an den teils barocken, und teils kontrast- und temporeichen Klängen einer Musik, die Neuzeit und Traditionelles gleichermaßen zum Ausdruck bringt.

Weiter ging es mit den fünf Menuetten und sechs Trios für Streicher von Franz Schubert, die aus Schuberts Zeit als Hilfslehrer bei seinem Vater stammen. Romantische Schwingungen und tänzerische Leichtigkeit kennzeichnen dieses Werk, das vom Orchester mit Solistin Ilse Etzel dargeboten wurde.

Die Sonate C-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart bildete den Abschluss des hörenswerten Konzerts. Etzel und seine Musiker schenkten diesem Stück jene Leichtigkeit, die den Kompositionen des leider viel zu früh verstorbenen Genies innewohnt, und begeisterten ihr Publikum. Mit einer unüberhörbaren Spielfreude belohnten Streicher, Bläser und Percussionisten die Zuhörer für ihr Kommen und bewiesen wieder einmal, dass die Freude am Zusammenspiel sich wie ein Funke weitertragen lässt.

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