12. September 2019, 08:00 Uhr

»Roller« wird erneuert

Möbelhaus »Roller« wird zum Teil neu gebaut

Seit 1969 gibt es in Rosbach einen Möbelmarkt neben der B 455. »Roller«, der das Gebäude seit Ende 2008 nutzt, will nun größer umbauen - und braucht dafür eine Sondererlaubnis.
12. September 2019, 08:00 Uhr
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Von David Heßler
Ein Teil des Möbelmarkts, den es bereits seit 1969 am Standort in der Rosbacher Dieselstraße gibt, soll abgerissen und neu gebaut werden. Die Verkaufsfläche wird etwas kleiner, aber dafür zweckmäßiger und moderner gestaltet, heißt es. (Foto: nic)

Seit 1969 gibt es in Rosbach einen Möbelmarkt neben der B 455. Heute wäre eine solche Ansiedlung der Stadt Rosbach als »Kleinzentrum« gar nicht erlaubt. Der Möbeldiscounter »Roller«, der das Gebäude seit Ende 2008 nutzt, will nun größer umbauen und braucht daher eine Sondererlaubnis.

Vor 50 Jahren eröffnete das Möbeleinkaufszentrum (MEZ) in der Dieselstraße. In den Jahrzehnten danach warben Möbel-Reuss (vormals Friedberg) oder Maxi-Möbel mit Sitzgarnituren und Schrankwänden, ehe im Dezember 2008 der »Roller« einzog. Das Gebäude ist jedoch in die Jahre gekommen; es gibt Mängel beim Brandschutz, das Dach ist zum Teil undicht und der Einbau zeitgemäßer Gebäudetechnik nur schwer möglich. Deshalb möchte die Tessner GmbH als Roller-Eigentümer - Teil des Goslarer Möbelimperiums der Familie Tessner - den Markt umbauen.

Ein Teil des Gebäudes soll abgerissen und erneuert werden; eine Sanierung im Bestand sei zu kostenintensiv. Die Verkaufsfläche für Möbel wird dadurch von zwar 6110 auf ca. 5550 Quadratmeter reduziert, soll aber moderner und besser zugänglich gestaltet werden. Auch beim sogenannten Randsortiment (Produkte, die dem Unternehmen einen relativ geringen Umsatz bringen) wird die Fläche verkleinert: von 1100 auf 800 Quadratmeter. »Roller« hätte hier gerne nicht ganz so stark reduziert, muss sich aber den planungsrechtlichen Vorgaben beugen. Auch sollen die Parkplätze und die Zufahrt (der Markt teilt sie sich quasi mit dem McDonalds-Schnellrestaurant) verändert werden.

Bürgermeister Maar: Grundsatzentscheidung

Würde ein Unternehmen einen ganz neuen Möbelmarkt bauen wollen, ginge das in Rosbach nicht. Rosbach ist als Grundzentrum (Kleinzentrum) eingestuft, großflächiger Einzelhandel ist in der Regel den Mittel- und Oberzentren vorbehalten. »Roller« genießt nach Abstimmung der Stadt mit dem Kreisbauamt, dem RP Darmstadt sowie dem Regionalverband Bestandsschutz und darf sein Gebäude erneuern. Es muss jedoch ein neuer Bebauungsplan her, der derzeit in den Gremien besprochen wird. Im Zuge des Bauleitplanverfahrens sind die umliegenden Städte und Gemeinden zu beteiligen.

Laut Bürgermeister Steffen Maar sind keine negativen Auswirkungen auf den Einzelhandel der Nachbarkommunen zu erwarten - weshalb er auch nicht mit Gegenwind rechnet. Er wertet die Umbaupläne als Grundsatzentscheidung für das »alte« Gewerbegebiet in Rosbach. Neben »Roller« gebe es diverse Gewerbebetriebe, die derzeit lediglich Bestandsschutz genießen. Im Zuge der Neuaufstellung des regionalen Flächennutzungsplans will die Stadt daher die Ausweisung eines »zentralen Versorgungsbereiches« im Gewerbegebiet erreichen.

Es könne nicht sein, dass jedes Unternehmen für Umbauten ein eigenes Bebauungsplanverfahren einleiten müsse, sagt Maar. Die Einteilung in Klein-, Mittel- oder Oberzentren hält er für überholt. »Warum darf eine Stadt wie Rosbach, durch die täglich 40 000 Autos fahren, nur für die Grundversorgung der Einwohner aus dem Umland sorgen? Das ist nicht mehr zeitgemäß.«



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