Rosbach v. d. H. (sky). Eine gemeinsame Wanderung durch die blühende Gemarkung weckt im Vorfeld des Rosbacher Blütenfestes alljährlich die Vorfreude auf das große Ereignis, dessen Höhepunkt die Krönung einer neuen Blütenkönigin sein wird. Seit 2011 beweisen sich die Mitglieder von Heimatgeschichtsverein (HGV) und Obst- und Gartenbauverein (OGV) als kompetente Führer, die auf einem etwa zweistündigen Rundgang durch die Streuobstwiesen – und vorbei an historisch bedeutsamen Orten – Rosbachs Vielfalt präsentieren.

»Wenn da soeben etwas Weißes an Ihnen vorbeigeflogen kam, dann war das allerdings kein Kirschblütenblatt, sondern tatsächlich eine Schneeflocke«, sagte Bürgermeister Steffen Maar bei der Begrüßung der über 70 Teilnehmer. Doch so hart, wie der Wetterbericht es angekündigt hatte, kam es am Ende nicht. Carsten Wenzel und Horst Pauly vom HGV sowie Ernst Friedrich vom OGV nutzten die Gelegenheit, Rosbach von seiner schönsten Seite darzustellen. Sie erklärten am Beispiel der am Wege liegenden Streuobstwiesen, Bauten, Wirtschaftsbetriebe oder Gruben (»Kauten«) viel Wissenswertes über Rosbachs Historie und den Obstanbau. Endstation war das Nieder-Rosbacher Teichgelände, wo man sich Dank der vorzüglichen Bewirtung der Rodheimer Landfrauen am frischen Kuchenbuffet stärken konnte.

Milupa und die Kiesgrube

Vom Startpunkt Bornweg ausgehend war ein Blick auf die »Milupakaut«, wie sie im Volksmund genannt wird, natürlich unentbehrlich. In der ehemaligen Kiesgrube, deren Bodenschätze 1934/35 für den Bau der nahe gelegenen Autobahn A 5 verwendet wurden, entsorgte und verbrannte der Friedrichsdorfer Kindernahrungshersteller Milupa einst das, was im Produktionsprozess übrig blieb. Jetzt ist hier eine naturnahe Oase entstanden, in der Wildtiere unterschiedlicher Größe ein Rückzugsgebiet finden.

Wie schwer man sich tat, die Umgehungsstraße um Rosbach – die heutige B 455 – auf den Weg zu bringen, ließ sich aus den Auflistungen zum Bau- und Genehmigungsverfahren erkennen. Die 1840 gebaute Landstraße zwischen Friedberg und Bad Homburg führte mitten durch Ober-Rosbach. Erst 120 Jahre später wurde die Umgehung fertiggestellt – auf Druck der Nachbarstädte Friedberg und Bad Nauheim. Rosbach schien keinen Handlungsbedarf zu erkennen. Noch in den 1950er-Jahren spielten Kinder auf der bereits angelegten Trasse mit Basaltsteinen und bauten daraus Burgen.

Informationen über die Wichtigkeit der Streuobstwiesen für die gesamte Natur und die Notwendigkeit einer regelmäßigen Pflege gab es von Ernst Friedrich. »Wenn ein Obstbaum nicht in Form gehalten wird, bringt er keine Früchte mehr und setzt seine Kraft an der falschen Stelle ein«, sagte er am Beispiel eines riesigen Kirschbaums, der viele Blüten präsentierte, aber wohl nur wenige Früchte hervorbringen wird. Seit Jahren bemüht sich der OGV darum, dass bei Obstbaumgrundstücken nicht nur der Baumschnitt, sondern auch die Gesamtpflege des Geländes im Fokus bleibt.

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