21. November 2018, 19:12 Uhr

Miteinander verwurzelt

21. November 2018, 19:12 Uhr
Baumpaten, Helfer, Projektleiterin Petra Fischer (l.) und Pfarrer Ryszard Strojek (2. v. r.) umringen den ersten Setzling. (Foto: hau)

Eiskristalle und Raureif glitzern im Sonnenschein. Mit Spaten und Gießkannen bewaffnet, zieht eine kleine Karawane durch den Pfarrgarten, um vor einem großen Bodenloch haltzumachen. Er freue sich, dass in seinem Garten so schön gepflanzt werde, strahlt Pfarrer Ryszard Strojek, segnet fünf junge Obstbäume und händigt ebenso viele Urkunden aus. Gerne nehmen die Baumpaten das Dokument entgegen, bevor sie die Ärmel hochkrempeln.

Es gibt viel zu tun an diesem eiskalten Samstagmorgen – und das, obwohl die fünf Baumlöcher schon vorab gegraben wurden. Heiko Allemann, in der Pfarrgemeinde zusammen mit seiner Frau Antje zuständig für den Garten, befreit die Setzlinge aus ihrem schützenden Erdbett. Drei Vertreter von der örtlichen Naturschutzgruppe haben Spezialwerkzeug mitgebracht, um die Wurzeln und später auch Äste der jungen Bäume zu beschneiden und Stützpfosten ins Erdreich zu rammen. Alle Paten und ihre Helfer aus Naturschutz und Kirchenräten packen tüchtig an, häufeln Erde um die zarten Wurzelballen und bauen kleine Ringwälle zum Angießen.

Strahlend versorgt Küsterin Elke Fischer ihre Quitte Robusta und freut sich, das Bäumchen von nun an wachsen zu sehen. Die Landfrauen pflanzen ein Quitte mit Namen Beretzki, für einen Winterglockenapfel haben sich die Nachbarn Anne Bieri und Thomas Bundschuh entschieden. »Den kann ich aus meinem Küchenfenster beobachten«, freut sich die Naturliebhaberin. Jutta Thomas von der katholischen Erwachsenenbildung hat, passend zu ihrer William-Christ-Birne, das Fontane-Gedicht vom Herrn Ribbeck auf Ribbeck im Havelland mitgebracht und freut sich, »auf dass die Bildung wachse und gedeihe«. Als Wilfried Möbs vom katholischen Kirchenchor zum Schluss seine Mirabelle von Nancy in den hinteren Garten pflanzt, ist der Beifall groß. Gleichwohl ist die Aktion unter dem sinnträchtigen Motto »Miteinander verwurzelt« damit noch nicht abgeschlossen. Pfarrsekretärin Petra Fischer hatte die Baumpaten-Aktion nicht nur ins Leben gerufen und organisiert, sie hatte sich auch um Urkunden, Geschenke und ein abschließendes gemütliches Beisammensein gekümmert.

Dem Zwiebelkuchen gesellt sich Mörler Mirabellenschnaps hinzu, und alle finden, dass man sich zur Baumpflege und spätestens zur Ernte wiedertreffen sollte. Damit hatte die Baumfällaktion des vergangenen Jahres auch ihr Gutes. Die Zahl der kerngesunden Obstbäume hat sich vermehrt, zudem stärken die Bäume das Gefühl der Zusammengehörigkeit. Fischers Dank galt den Paten und allen Helfern, insbesondere den Naturschützern, die sich auch um die Beschaffung der robusten Bäume kümmerten.

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