09. August 2018, 19:13 Uhr

Mit falschem Wechselgeld beginnt die große Liebe

09. August 2018, 19:13 Uhr
Ludwiga und Dieter Horzella feiern heute ihre Goldene Hochzeit. (Foto: lod)

Mit einer Verwechslung begann die große Liebe von Dieter Horzella und seiner heutigen Ehefrau Ludwiga geborene Viola, die heute ihre goldene Hochzeit feiern. »Ich arbeitete damals in einer Cafeteria und vertauschte das Wechselgeld zweier Männer«, erzählt Ludwiga Horzella im Garten des Hauses in der Straße Am Steinernen Kreuz. So erhielt Dieter Horzella viel mehr Geld zurück, als ihm zustand. »Ich habe es ihr sofort zurückgegeben und sie anschließend spontan zu einem Kaffee eingeladen«, erzählt der Ehemann. »Da hat es sofort gefunkt«, sagt sie.

Das war im Mai 1966. Ludwiga Horzella war gerade 19 Jahre alt, Dieter sechs Jahre älter. Die Liebe hielt, und am 10. August 1968 wurde in Laurahütte (polnisch Huta Laura), einer Gemeinde im oberschlesischen Kreis Kattowitz, in dem beide aufgewachsen sind, geheiratet. Ein Jahr später kam Tochter Barbara zur Welt.

Der gelernte Buchbinder arbeitete als Heizer auf einer Lok in einer Eisengießerei, seine Frau war in der Gastronomie tätig. Kurz nach ihrer Heirat stellte das Paar bei den polnischen Behörden einen ersten Ausreiseantrag, der jedoch, wie viele weitere in den folgenden knapp 20 Jahren, abgelehnt wurde.

Schließlich suchte das Ehepaar einen anderen Weg: Während eines Urlaubs in Griechenland 1987 gingen sie zum deutschen Konsulat in Athen, erhielten die nötigen Papiere und reisten somit legal von Griechenland aus in die Bundesrepublik ein. Ein halbes Jahr später folgte Tochter Barbara nach Offenbach, wo die Eltern inzwischen lebten.

Besonderer Gast kommt zur Feier

»Wir wollten kein Geld vom Staat, das war uns wichtig«, erzählt der Ehemann, der sich auf Jobsuche begeben hatte und schnell fündig geworden war. Bei einer Offenbacher Firma wurde er als Fräser angestellt. Ehefrau Ludwiga absolvierte eine Ausbildung zur Altenpflegerin. Den Beruf übte sie bis zur Rente aus, darunter ein Jahr im Caritaszentrum St. Bardo. Zu dieser Zeit lebte das Paar bereits in Friedberg, wo es 2001 zusammen mit Schwiegersohn Miroslav Gornik und Tochter Barbara begann, ein Haus zu bauen.

Die Horzellas verreisen gerne, meist in europäische Länder, viel aber auch in Deutschland. »Wir waren schon zweimal gemeinsam in Brasilien, ich sogar dreimal«, erzählt die Ehefrau. Weitere gemeinsame Aktivitäten sind Radfahren und schwimmen. »Wir haben schlechte und gute Zeiten überstanden«, meint Dieter Horzella, und seine Frau ergänzt: »Die Sonne kann ja nicht immer scheinen.«

Gefeiert wird das Ehejubiläum heute im Kreis der Familie zu Hause. Dazu wird ein besonderer Gast erwartet: Einer der beiden Trauzeugen, der heute in Essen lebt, wird extra anreisen. »Da freuen wir uns sehr drauf«, sagen die Jubilare, die täglich die Wetterauer Zeitung lesen.

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