»Seit Wochen bestimmt die Vorfreude auf das Konzert die Proben des Chores«, hieß es aus den Reihen des gemischtes Chores »Pro Musica Karben« unter der künstlerischen Leitung von Hubert-Thorwald Reuter. An kaum einem anderen Ort sängen sie so gern wie in der Ilbenstädter Basilika. Die Vorfreude teilten sie mit den Konzertbesuchern, die am Sonntag im voll besetzten »Dom der Wetterau« ein einmaliges Klangerlebnis genießen durften.

Bei einer musikalischen Andacht interpretierten sie zusammen mit dem bekannten Organisten Thomas Gabriel Werke von Bach bis hin zu traditionellen Spirituals oder neuzeitlichen geistlichen Liedern, und gaben ein überzeugendes Beispiel ihres vielseitigen Könnens. Der erste Applaus des Publikums galt sowohl dem Organisten – der mit dem Präludium Es-Dur von Johann Sebastian Bach Dynamik und Erwartungen in das Kirchenschiff trug – als auch den rund 60 Sängerinnen und Sängern, die mit der Motette »Exsultate Deo« des Barockkomponisten Alessandro Scarlatti die hervorragende Akustik des Gotteshauses bestens zu nutzen wussten. Reuter gelang es, dank seiner lebhaften Gebärdensprache, die Ausdruckskraft des Chores auf hohem Niveau zu halten und immer wieder neue, beeindruckende Akzente zu setzen.

Scheinbar mühelos

»Unsere heutige Vesper ist geprägt vom singen und beten von Psalmen«, sagte Pfarrer Bernd Richardt, der von der Kanzel aus seine Textmeditationen vortrug. Es waren wohltuende Ergänzungen zum musikalischen Genuss. Richardt bezog sich unter anderem auf das Werk von Felix Mendelssohn Bartholdy op. 78 »Richte mich Gott«. In dem darin aufgegriffenen Psalm 43 komme die Botschaft zum Ausdruck: »Gott wird mir beistehen, wo immer ich bin.« Eine Aussage, die von vielen Zuhörern mit einem zustimmenden Nicken bestätigt wurde.

In dem folgenden Ausschnitt der Orgelsonate Nr. 2 von Paul Hindemith erwies sich Organist Gabriel als überzeugender Beherrscher der »Königin aller Instrumente«, wie die Orgel häufig genannt wird. Mühelos brachte er den 1. Satz des Werkes mit all seiner Lebhaftigkeit zu Gehör und leitete geschickt zur Missa Brevis C Moll des Tschechischen Komponisten Zdenek Lukas über. Kyrie, Gloria, Sanctus-Benedictus und Agnus Dei konnten ihren folkloristischen Charakter nicht verbergen, wurden aber unter dem Dirigat des versierten künstlerischen Leiters geschickt zum gelungenen Bestandteil des Kirchenkonzerts geführt.

Im zweiten Programmteil bestimmten Tradition und Moderne die Szene. Werke des neuzeitlichen Komponisten Franz Maria Herzog zu Ehren der Gottesmutter Maria, aber auch Interpretationen zu Mozart-Melodien sowie mehrstimmig vorgetragene Spirituals begeisterten die Zuhörer. Hier kamen die gesanglichen Talente von Cornelia Ott (Alt), und besonders Susanne Jantosch (Sopran) zum Vorschein. Ihre Stimmen fügten sich behutsam in den Chorgesang ein und setzten wohltuende Höhepunkte.

Der »Dreiklang«, den sich die Veranstalter in Bezug auf Chorgesang, Orgel und Meditation zum Thema genommen hatten, wurde auch musikalisch umgesetzt: Klassik, Folklore und Moderne verschmolzen hier zu einer Einheit.

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