15. August 2017, 20:43 Uhr

Mit dem Biber arrangiert

15. August 2017, 20:43 Uhr
Über Fische und Nager: ASV-Vorsitzender Wolfgang Heisig (l.) im Gespräch mit CDU-Bürgermeisterkandidat Dirk Antkowiak. (pv)

»Das ist ja Natur pur!«, schwärmte Dirk Antkowiak beim Besuch an den Straßheimer Teichen. Hier, zwischen der B 455 und der Bahnlinie Friedberg-Rosbach, pachtete der Angelsportverein Friedberg im Jahr 1972 von der Stadt einen nassen Acker, um einen Angelteich anzulegen. Die Anlage wurde zweimal erweitert, heute sind es zwei Teiche, die durch einen Damm getrennt sind: ein Angelteich (15 000 Quadratmeter) und ein Zuchtteich (5 000 Quadratmeter).

Warum, wollte der CDU-Bürgermeisterkandidat wissen, sieht der große Angelteich wie eine rechtwinklige Badewanne mit steilen Dämmen aus? ASV-Vorsitzender Wolfgang Heisig lachte und erklärte, dies sei 1973 beim Bau der Anlage eine Vorgabe des Landes gewesen. »Erst beim Zuchtteich durften wir flache Ufer und Buchten einbauen und den Teich naturnah gestalten.«

Neben Karpfen, Hecht, Zander, Barsch, Schleie und Aal schwimmen in den Teichen auch illegal eingesetzte Arten wie Goldfische, Graskarpfen, Kois oder Welse. »Die haben hier nichts zu suchen.« Probleme habe man hin und wieder mit Gastanglern, die sich nicht an die Regeln hielten und etwa Schonzeiten nicht beachten. Heisig: »Die bekommen bei uns aber nie wieder eine Angelerlaubnis. « Stolz ist der ASV auf seinen Zuchtteich. Hier werden seltene Fischarten wie Karausche, Bitterling und Teichmuschel, Stichling, Moderlieschen oder Elritze gezüchtet und alle zwei Jahre in Gewässern in der ganzen Wetterau angesiedelt.

Und dann lebt seit vier Jahren noch eine seltene Art im Zuchtteich: der Biber. Anfangs hatten die Angler Probleme mit dem Vegetarier, weil er seine Wohnröhren in die Dämme der Teiche baute. In Abstimmung mit der Oberen Naturschutzbehörde wurden die Teichufer mit Drahtgittern und Steinsatz gesichert. Was Heisig erregte, war die Tatsache, dass der RP zwar die Materialkosten erstattete, nicht aber die Ausgaben für den Einbau. »Das übernehme ich!«, lautete die spontane Antwort von Antkowiak.

Die Spuren des Bibers sind vielfach zu bestaunen: abgenagte Zweige, Biberrutschen an den Teichen, ein Damm im Straßbach sowie die große Biberburg im Zuchtteich. Einen Wunsch hatte der ASV-Vorsitzende noch zum Abschluss des Rundganges: »Die Stadt möge bitte im Herbst ihren Baumbestand entlang des Straßbaches kontrollieren, denn die großen Weiden haben beim letzten Sturm massive Schäden erlitten. » Antkowiak versprach, sich darum zu kümmen.

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