28. September 2018, 19:17 Uhr

Mit allen Usawassern gewaschen

28. September 2018, 19:17 Uhr
Aus der Hand ihres Vorgängers Jörg Wetzstein erhält Kristina Paulenz ihre Ernennungsurkunde zur Bürgermeisterin. (Foto: hau)

Zahlreiche Bürger und Gäste folgten am Donnerstagabend der Einladung zur feierlichen Parlamentssitzung. Kristina Paulenz (SPD) erhielt aus den Händen ihres Vorgängers Jörg Wetzstein (CDU) die Ernennungsurkunde zur Bürgermeisterin von Ober-Mörlen. Alle im Saal erhoben sich, als das neue Gemeindeoberhaupt den Amtseid ablegte und für das ihr entgegengebrachte Vertrauen dankte. Paulenz war gegen den Christdemokraten Dr. Matthias Heil angetreten und hatte am 4. März 60,9 Prozent der Stimmen geholt.

Nach 20 Jahren im Gemeindevorstand, davon je sechs als Erster Beigeordneter und als Bürgermeister, zieht sich Wetzstein ins Privatleben zurück. Bevor Gemeindevertretervorsitzender Gottlieb Burk die Urkunde zur Versetzung in den Ruhestand überreichte, blickte er auf dessen Bürgermeisterzeit zurück und dankte für die vertrauensvolle Zusammenarbeit. »Fest steht, sechs Jahre Jörg Wetzstein haben Ober-Mörlen weiter vorangebracht«, sagte Burk. Unter den Kapiteln Bauen und Verkehr, Verwaltungsorganisation, Kindergärten, Flüchtlingshilfe, Naturschutz, Kultur und Ortsbild, Zukunftssicherung und Finanzen fasste Burk eine facettenreiche Leistungsbilanz zusammen. Wetzstein habe gesellschaftlich, politisch und wirtschaftlich Netzwerke geknüpft, um sie »zum Vorteil für unsere Gemeinde und damit für unsere Bürger zu nutzen«.

Jörg Wetzstein dankte allen, die sein Wirken in insgesamt 20 Jahren im Gemeindevorstand »konstruktiv begleitet und unterstützt haben«. Besonderer Dank galt allen Akteuren aus Vereinen und Verbänden, Vertretern der Kirchen, der Politik und den Bürgern. »Es war mir eine große Ehre, so viele Jahre erfolgreich für Sie und unsere Heimatgemeinde wirken zu dürfen.« Den Mitarbeitern aus der Verwaltung, Bauhof, Kita und Feuerwehr versicherte Wetzstein, dass sie entscheidend zum Erfolg der gemeinsamen Arbeit beitrugen. »Ihr seid ein tolles Team, das ich sehr vermissen werde!«

Frischen Wind brachte Landrat Jan Weckler in die Usatalhalle. Viele Jahre politischer Arbeit verbinden den »Ober-Mörler Bub« mit beiden Hauptpersonen des Abends. Weckler beschrieb die Kompetenzen, die ein Bürgermeister haben müsse und kam zum Schluss: »In der Landwirtschaft würde man von einer eierlegenden Wollmilchsau sprechen«. Offenbar wissend schmunzelten einige Anwesende über Wecklers Zitate aus den satirischen »Zwölf Goldenen Regeln zum Umgang mit Bürgermeistern«. Demnach sind Bürgermeister »für alles zuständig, sie sind rund um die Uhr im Einsatz, haben immer Zeit, sind Einzelkämpfer, allmächtig und wollen beschimpft werden«.

Man kennt sich

Der Landrat dankte Wetzstein für die »Arbeit zum Wohl der Gemeinde in einer Zeit, die auch persönlich nicht immer leicht war«. Sicher werde Wetzstein die vierteljährlichen Bürgermeister-Dienstversammlungen bei ihm im Landratsamt vermissen, vermutete Weckler. Auf die dürfe sich nun Kristina Paulenz freuen. Paulenz und ihn verbinde (»seit ich als Knirps in der Nachbarschaft wohnte«) gegenseitige Wertschätzung. »Unsere gute Zusammenarbeit führen wir auf Kreisebene gerade fort«, sagte Weckler, in der Schul- und Bildungspolitik habe man schon einiges bewegen können. Der Bürgermeisterin Paulenz wünschte Weckler »immer eine gute Hand und Fingerspitzengefühl«, er freue sich auf weitere gute Zusammenarbeit.

Vom Hessischen Städte- und Gemeindebund überbrachte Direktor Karl-Christian Schelzke Glückwünsche für Paulenz und Wetzstein. Im Namen der Bürgermeister im Wetteraukreis wünschte Herbert Unger (Florstadt) beiden gutes Gelingen. Als »Highlander« unter kreisweit 25 Rathauschefs, die kommen und gehen, zeigte sich Unger überzeugt, dass seine Parteifreundin mit allen Usawassern gewaschen sei und ihn am Ende seiner vierten Amtszeit um wenige Amtsmonate überdauern werde.

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