18. Oktober 2019, 20:47 Uhr

Mit Sport Brücken bauen

18. Oktober 2019, 20:47 Uhr
Im Eisstadion spricht Prof. Manfred Lämmer über Völkerverständigung. (Foto: pm)

Auf Einladung der Gesellschaft für christlich-jüdische Zusammenarbeit Wetterau war Prof. Manfred Lämmer von der Deutschen Sporthochschule Köln kürzlich zu Gast in der Lounge des EC Bad Nauheim. Er öffnete ein spannendes Fenster: So sei es vor allem der Sport gewesen, der die Beziehungen zwischen Deutschland und Israel nach 1945 erst möglich gemacht habe.

Während Politiker und Kulturschaffende in den 50er und 60er Jahren kaum in Erscheinung getreten seien, seien es Mannschaften und ihre Trainer und Betreuer aus den Bereichen Fußball oder Basketball, der Leichtathletik und anderer Sportarten gewesen, die geholfen hätten, die Grenzen zu überwinden, erfuhren die Gäste. Es habe viele Vorbehalte auf israelischer Seite gegenüber den Deutschen gegeben, die für die Gräuel und das Morden von sechs Millionen Juden verantwortlich waren. »Lange galt ein Verbot, Sport mit Deutschen zu treiben. Durch die direkte Begegnung in Sport und Spiel gelang es aber allmählich, die Kluft zu überwinden«, berichtete Lämmer.

Denn im Sport finde sich vor allem die junge Generation aus allen sozialen Schichten, es gebe keine sprachlichen Hürden, Sport diene der Friedensförderung, weil es klare Regeln für ein Miteinander gebe. Und schließlich: »Es gibt nach dem Hin- ein Rückspiel - beste Voraussetzungen für einen nachhaltigen Austausch.« Insbesondere die Fußballmannschaft von Borussia Mönchengladbach habe spätestens seit dem legendären 6:0 gegen die israelische Nationalmannschaft am 12. August 1969 durch ihre Spielkunst zu überzeugen gewusst.

In der Diskussion sprach unter anderem der Vorsitzende der Jüdischen Gemeinde Bad Nauheim, Manfred de Vries, das Problem des aktuell zunehmenden Antisemitismus an. Auch hier, so de Vries, sei der Sport hilfreich, da er produktive Kommunikation befördere. Pfarrer Dr. Peter Noss vom Evangelischen Dekanat Wetterau und wie de Vries Teil des Vorstands der Gesellschaft dankte dem Referenten und stellte in den Raum, dass doch etwa eine Städtepartnerschaft mit einem Ort in Israel für die Wetterau ein lohnendes Projekt sei. Dies könne auch ein gemeinsames Projekt für Kirche, Sportverein und Kommune sein.

Der Referent des Abends fügte hinzu, dass es in Israel sogar Eishockey gebe - allerdings mit nur zwei wirklich guten Teams. »Vielleicht würde der EC Bad Nauheim ja helfen, Brücken zu bauen.«

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