Wetterau

Mit Schwung und Wärme

Es gab erneut Gelegenheit, mit der Augustinerschule das 475-jährige Schuljubiläum zu feiern. Der Fachbereich Musik hatte eingeladen zu einem Kammerkonzert mit dem »Trio con Brio«, welches ein romantisches Programm für die Besetzung Klarinette, Violoncello und Klavier vorstellte. Michael Ernst, ausgebildeter Cellist und Lehrer an der Augustinerschule, hatte Philipp Völger, Klarinettist und ebenfalls Lehrer, allerdings am Gymnasium Taunusstein, und den Pianisten Georg Klemp dazu bewegen können, neben weiteren Konzerten in verschiedenen hessischen Konzertreihen auch in der Augustinerschule Station zu machen.
12. November 2018, 20:02 Uhr
Redaktion
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Das »Trio con Brio« hat berühmte Werke gespielt. (Foto: pv)

Es gab erneut Gelegenheit, mit der Augustinerschule das 475-jährige Schuljubiläum zu feiern. Der Fachbereich Musik hatte eingeladen zu einem Kammerkonzert mit dem »Trio con Brio«, welches ein romantisches Programm für die Besetzung Klarinette, Violoncello und Klavier vorstellte. Michael Ernst, ausgebildeter Cellist und Lehrer an der Augustinerschule, hatte Philipp Völger, Klarinettist und ebenfalls Lehrer, allerdings am Gymnasium Taunusstein, und den Pianisten Georg Klemp dazu bewegen können, neben weiteren Konzerten in verschiedenen hessischen Konzertreihen auch in der Augustinerschule Station zu machen.

Zu Beginn erklangen drei aus den acht Stücken für Klarinettentrio op. 83 von Max Bruch. Diese Stücke waren vom Komponisten ursprünglich für seinen Sohn komponiert worden, der ein versierter Klarinettist gewesen sein muss. Wie Philipp Völger, der den Abend moderierte, erklärte, war bei diesen Stücken im Unterschied zu den anderen am Abend gespielten Werken die Besetzung variabel gedacht und von Max Bruch, aber eben auch für die Konstellation Klarinette, Cello und Klavier, freigegeben worden. Die drei Musiker boten mit den drei Charakterstücken einen eindrucksvollen Beginn, der Lust auf mehr machen sollte.

Im Anschluss war das Klarinettentrio op. 3 in d-Moll von Alexander von Zemlinsky zu hören. Dieses Stück ist angelehnt an das berühmte Klarinettentrio von Johannes Brahms, das im zweiten Konzertteil noch zu hören sein sollte.

Neue Klangfarben

Vor allem Georg Klemp war gefragt, alle pianistischen Register zu ziehen, denn dieses Stück, sehr dicht und komplex, ist anspruchsvoll wie ein großes romantisches Klavierkonzert. Klarinette und Cello hatten zahlreiche Gelegenheiten, »mit Schwung und Wärme« zu musizieren, wie der Komponist es im Notentext fordert.

Nach der Pause erklang dann das Vorgängerwerk, das Klarinettentrio a-Moll op. 114 von Johannes Brahms. Zu diesem Stück hatte Michael Ernst am Vortag den beiden Musik-Leistungskursen der Augustinerschule eine Werkeinführung gegeben, eignet es sich doch als Beispiel für einen musiktheoretischen Diskurs, den der Komponist und Begründer der Zwölftontechnik, Arnold Schönberg, ausgelöst hatte mit der Beobachtung, dass Brahms als Bindeglied zwischen der Musik der Wiener Klassik und der Musik des 20. Jahrhunderts verstanden werden müsse. Bemerkenswert war, wie es dem Trio gelang, die drei völlig verschiedenen Instrumente klanglich so miteinander verschmelzen zu lassen, dass höchst überraschende neue Klangfarben entstehen konnten.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/wetteraukreis/friedbergbadnauheim/Wetterau-Mit-Schwung-und-Waerme;art472,513712

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