Wetterau

Mit Robotern gegen Weltraumschrott

Es ist fast wie im Science-Fiction-Film. Wie von Geisterhand gesteuert, fahren filigrane Lego-Roboter über eine Tischplatte, räumen Dinge zur Seite und setzen Kettenreaktionen in Gang. Konstruiert und programmiert wurden sie von acht Fünft- bis Achtklässlern. Sie erklärten ihren faszinierten Zuschauern die erstaunlichen Zusammenhänge kürzlich bei der Jahreshauptversammlung (JHV) des Freundeskreis Sankt-Lioba-Schule.
27. März 2019, 19:23 Uhr
Annette Hausmanns
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Die Lego-Experten mit Schulleiter Bernhard Marohn, Birgit Kuklok (2.v. l.) und Dagmar Willeke-Henn. (Foto: bf)

Es ist fast wie im Science-Fiction-Film. Wie von Geisterhand gesteuert, fahren filigrane Lego-Roboter über eine Tischplatte, räumen Dinge zur Seite und setzen Kettenreaktionen in Gang. Konstruiert und programmiert wurden sie von acht Fünft- bis Achtklässlern. Sie erklärten ihren faszinierten Zuschauern die erstaunlichen Zusammenhänge kürzlich bei der Jahreshauptversammlung (JHV) des Freundeskreis Sankt-Lioba-Schule.

Seit August hatten sich die St.-Lioba-Schule mit ihren Coachs, Mutter Birgit Kuklok und Lehrerin Dagmar Willeke-Henn, auf den Forschungs- und Roboterwettbewerb »First Lego League« (FLL) vorbereitet. Unter dem Thema »Into Orbit – Leben und reisen im Weltraum« fanden sie innovative Lösungen für ebenso realitätsnahe wie knifflige »Forschungsaufträge« rund um den »Schutz von Menschen und Raumfahrzeugen vor umherfliegendem Schrott Trümmern und dessen nachhaltige Wiederverwendung«. Auf der Basis des Lego Mindstorm-Systems schufen sie ihre Roboter.

Vorstand weitgehend bestätigt

Der Freundeskreis hatte mit der Anschaffung der Lego-Kits das Projekt zur Förderung von wissenschaftlichem Denken und Teamarbeit unterstützt. Dass sie ihren »Forschungsauftrag« fanden, sei das Resultat eines spannenden Besuches bei der ESA in Darmstadt gewesen, erzählen die Jugendlichen. »Unsere Arbeitsergebnisse haben wir mit dem ESA-Debris-Team ausgetauscht, das uns auch bei offenen Fragen weitergeholfen hat«, berichteten sie. Zusätzlich werteten sie Studienarbeiten von verschiedenen Universitäten aus. Die Hälfte des Teams werde beim Folgeprojekt im kommenden Schuljahr erneut dabei sein. Begeistert zeigte sich auch Schulleiter Bernhard Marohn: Dass die Schüler bereits 40 Interessierte für die Fortsetzung ausfindig machten, setze der nachhaltigen Initiative das Sahnehäubchen auf.

Als ebenso bunt wie das Lernen und Leben am Gymnasium entpuppte sich während der Versammlung auch das Förderspektrum des Freundeskreises, der in diesem Jahr sein Silberjubiläum feiert. Vorsitzende Anna Kathrin Walter erwähnte unter den mit effektiv 15 000 Euro unterstützten Projekten unter anderem den Känguru-Wettbewerb Mathematik, neue Mikroskope, ein Archäologie-Projekt, ein Klassenaquarium und für die Mensa geschreinerte Möbel. In ihrem Jahresrückblick erinnerte Walter an den Neubau-Spatenstich und die Abiturfeier, Schulkonzerte, Tag der offenen Tür und Elternabende, bei denen der aktuell 448 Mitglieder zählende Verein jeweils vertreten war. Höhepunkt sei der 25. Lioba-Brunch unter dem Motto »Lioba-Brunch trifft Schulfest« gewesen. Im heurigen Jubiläumsjahr werde der Brunch am 22. September gefeiert.

Bei den Vorstandswahlen wurden Walter als Vorsitzende und ihr Stellvertreter Peter Sievers im Amt bestätigt, ebenso Schriftführerin Ulrike Sievers-Hausen, Kassenwart Björn Gundermann und die Beisitzer Thomas Bailly, Annette Hausmanns, Marina Frenzl und Astrid Winter-Fritzsche. Für den langjährigen Beisitzer Ernst Widmann rückte Birgit Skjeldal nach, die Kasse werden Sabine Häuser und Alexander Merkelbach prüfen.

Fürs angelaufene Vereinsjahr gebe es erste Förderzusagen. Der Verein werde die Digitalisierung der Schule mit der Anschaffung von Schüler-Laptops unterstützen. Seit Jahren gebe es an der Schule die »Digitalen Helden«, ein preisgekröntes medienpädagogisches Projekt in Hessen, das Schüler ab der Jahrgangsstufe acht zu medienkompetenten Beratern ausbilde.

Artikel: https://www.giessener-allgemeine.de/regional/wetteraukreis/friedbergbadnauheim/Wetterau-Mit-Robotern-gegen-Weltraumschrott;art472,570241

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