04. Oktober 2019, 21:02 Uhr

Mit Rennrad über die Alpen

04. Oktober 2019, 21:02 Uhr
Vor dem Anstieg nach Magreglio legt die Gruppe einen Stopp in Bellagio ein. (Foto: pv)

Nach dem Herbstmarkt haben sich 20 Frauen und Männer aufgemacht zu dem Abenteuer Rennradfahren über die italienischen Alpen. Dabei waren keineswegs nur durchtrainierte Rennradfahrer. Der älteste Teilnehmer war 73.

Stadtrat Johannes Contag organisierte im Auftrag des Europaclubs Friedberg die traditionelle Rennradtour. Von Lana in Südtirol ging es in Etappen über viele Pässe, durch urwüchsige Täler, einsame Bergdörfer und an Bergseen vorbei bis zum Comer See. Die Tour verlangte von den Teilnehmern einiges ab: In sieben Tagen 750 Kilometer und mehr als 10 000 Höhenmeter waren keine Kleinigkeit. Gerade die letzte Etappe vor dem Comer See hatte es in sich: Der letzte Pass versank im Nebel und in strömendem Regen. Nach der Abfahrt meinte ein Teilnehmer: »Ich konnte gar nicht so schnell zittern, wie ich gefroren habe.« Doch am Comer See war wieder blauer Himmel angesagt - wie fast auf der ganzen Tour. Die nassen Sachen trockneten schnell bei Pizza, Pasta und Espresso.

Zum Schluss ging es in den traditionellen Trikots »Team Friedberg« mit der Fähre über den See nach Bellagio. Es folgte der berühmte Aufstieg über viele Kehren nach Magreglio. Dieser Aufstieg ist auch Kernstück der Lombardei-Rundfahrt. Altbekannte Gesichter aus Magreglio erwarteten die glücklich Angekommenen an der Kapelle Madonna di Ghisallo in Magreglio. Der Papst hatte diese Kapelle 1949 den Rennradfahrern geweiht. Sie beinhaltet viele Erinnerungsstücke von berühmten Rennradfahrern, die diese der Kapelle gestiftet haben.

Während der nächsten beiden Tage konnte die wunderschöne Landschaft rund um den Comer See und bis zum Luganer See bei kleineren Radtouren erkundet werden. Mit guten Bekannten aus Magreglio wurden die »Casa Rausch« und der ehemalige Wohnsitz von Henry Benrath besichtigt.

Die Verbindung zwischen dem kleinen Bergdorf Magreglio und Friedberg besteht über den Friedberger Dichter Albert H. Rausch alias Henry Benrath, der 1944 in Magreglio gewohnt hat. Damals gelang es ihm, die Wehrmacht davon abzubringen, als Vergeltungsmaßnahme für einen Partisanenüberfall Magreglio und drei benachbarte Dörfer dem Erdboden gleich zu machen.

Wieder einmal hat die Radtour die Erwartungen der Teilnehmer bei Weitem übertroffen. Eine Traumtour ging zu Ende, Ansporn genug, eine neue Tour für nächstes Jahr zu planen.

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