07. Mai 2017, 18:29 Uhr

Mit Bio-Gurken durchstarten

07. Mai 2017, 18:29 Uhr
»Just Gherkin« heißen die eingelegten Gewürzgurken, die Stephanie und Christian Kässmayer dank einer Crowdfunding-Plattform vermarkten wollen. (Foto: Andreas Arnold)

Zwei Friedberger wollen mit einem ungewöhnlichen Start-up durchstarten und gleichzeitig an einen lieben Menschen erinnern: Mit Gurken nach dem Rezept des verstorbenen Vaters wollen Christian und Stephanie Kässmayer auf anderem Wege fortsetzen, was der Vater jahrelang kultiviert hatte.

Christian Kässmayer hat einen Traum. Der Vater des 26-jährigen Friedbergers war Gärtner mit Leib und Seele. Freunde, Nachbarn und Verwandte versorgte er saisongerecht mit Eingemachtem aller Art. Besonders beliebt waren seine Essiggurken. Als Kässmayers Vater vor einem Jahr überraschend verstarb, wuchs der Wunsch, ihm ein besonderes Denkmal zu setzen, das seine Leidenschaft ehrt. Zusammen mit seiner Frau Stephanie entwickelte der Sohn die Idee, eines der beliebten Essiggurkenrezepte zum Kern des Denkmals werden zu lassen.

Kässmayer ist gelernter Chemikant, seine Frau Stephanie Pharmazeutin. Nicht die schlechteste Kombination, wenn es um die richtige Dosierung von Zutaten geht. Die beiden begannen, die Rezepte des Vaters auszutesten. Freunde unterstützen sie und nahmen an Gurken-Tastings teil, Blindverkostungen mit Fragebögen, deren Ergebnisse das junge Paar auswertete.

Die schmackhafteste Methode des Einlegens war rasch gefunden. Dann ging alles ganz schnell: Lieferanten für Essig, Gewürze und Gurken in Großmengen wurden angeschrieben, Angebote eingeholt und ein Lohnhersteller für das fertige Produkt ausgemacht. Alles musste möglichst ökologisch sein und ganz im Sinne des Vaters frei von Geschmacksverstärkern und Farbstoffen.

Kein Knochenleim, kein Kunststoff

Besondere Aufmerksamkeit widmeten die beiden dem Glas. Nicht nur formschön sollte es sein, sondern auch etwas Besonderes. Probegläser verschiedener Hersteller wurden bestellt, bis eines gefunden war, das den Vorstellungen der Kässmayers entsprach. Eine gerade Form, bewusst nicht die übliche bauchige Gurkenglasform, bekam den Zuschlag. Warum? »Wir wollten, dass die Gläser eben nicht gleich auf dem Müll landen, sondern gerne wiederverwendet werden«, sagt Christian Kässmayer. Auch die Etiketten sollten ökologisch sein: Kein Knochenleim, kein Papier, keine Kunststoffbeschichtung.

»Wir haben uns für einen Keramikaufdruck auf den Gläsern entschieden. Das Design kommt ebenfalls von uns«, sagt Stephanie Kässmayer, deren künstlerische Vorlieben dem Glas eine verspielte Note verleihen. Verspielt ist auch der Name des Produkts. Aus dem hessischen Gürkchen (»Gerkche«) wurde der Kunstname »Gherkin«, und da es sich um reine Gurken, frei von nicht dem Rezept des Vaters entstammenden Zusätzen, handelt, wurde daraus »Just Gherkin«.

Im August soll es losgehen. Um das Projekt zu finanzieren, hat das junge Paar sein Vorhaben auf der Crowdfunding-Plattform »Startnext« veröffentlicht. Mithilfe von freiwilligen Unterstützern, die natürlich mit ihren gefüllten »Just Gherkin«-Gläsern entlohnt werden, soll die Erinnerung an den Vater Gestalt annehmen. Mit Freunden produzierten sie sogar ein Video für ihr Projekt. 15 Stunden filmten sie dazu und verbrachten noch mal dieselbe Zeit mit Schnittarbeiten. Originelle und witzige Episoden rund um die Gurke sind herausgekommen, was freilich mit viel Situationskomik daherkommt. Das Video und mehr zum Projekt kann im Internet unter www.startnext.com/just-gherkin und auf Facebook (www.facebook.com/JustGherkin/) abgerufen werden.

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