22. Januar 2019, 19:56 Uhr

Minus in der Vereinskasse

22. Januar 2019, 19:56 Uhr
Alexandra Maul ist nun Schriftführerin, Lothar Triefenbach Kassenwart.

Bei der Jahreshauptversammlung des Vereins für Rasensport (VfR) ist Jürgen Brandl am Freitag zum neuen stellvertretenden Vorsitzenden gewählt worden. Ehrenvorsitzender Lothar Triefenbach ist neuer Kassenwart, Alexandra Maul neue Schriftführerin.

Im November war der bisherige Kassenwart zurückgetreten, und Triefenbach war vom geschäftsführenden Vorstand zum kommissarischen Kassierer ernannt worden. In der Jahreshauptversammlung im Vereinshaus an der Klostermauer erklärte dessen Vorgänger seinen Rücktritt nun mit »beruflicher Anspannung«. Der negative Kassenbestand liege bei 849 Euro, erklärte er. Kostenfaktoren seien die erste Mannschaft und das Vereinshaus.

Triefenbach kritisierte ihn daraufhin scharf. Der Kassenbericht sei »abenteuerlich«, sein Vorgänger habe gelogen und falsche Angaben gemacht. Im vergangenen Jahr sei ein Defizit von über 2000 Euro zustande gekommen. Der bisherige Kassierer habe dem Vorstand im November versichert, nur die Gasrechnung sei noch offen. Tatsächlich seien nach seinem Rücktritt aber zahlreiche weitere unbezahlte Rechnungen im oberen vierstelligen Euro-Bereich aufgetaucht – für Getränke, Gas, Farben, Post und vieles mehr.

Der Ruf des VfR sei jetzt in der Region ruiniert. Firmen hätten monatelang ohne Ergebnis Mahnungen verschickt. Der Verein gehe mit einem Minus von über 6000 Euro in das neue Vereinsjahr. Das Finanzamt habe Zwangsvollstreckungsmaßnahmen angekündigt, weil der frühere Kassenwart »schlampig« gearbeitet habe.

Einzelne Mitglieder hatten zuvor bereits Gerüchte über Probleme im finanziellen Bereich gehört, waren jetzt aber fassungslos. Gefragt wurde, ob denn keiner im Vorstand gemerkt habe, dass »etwas aus dem Ruder läuft«. Triefenbach wandte sich an seinen Vorgänger: »Was hier geschehen ist, das ist eine Sauerei, und du bist dafür verantwortlich!« Die Revisoren Wernfried Fürtig und Gerd Endres drückten sich zurückhaltender aus und sprachen von »ungenügenden Kontrollabläufen«.

Der frühere Kassenwart hörte sich die massiven Vorwürfe an und versuchte, Details zu widerlegen, kam aber gegen die geballten und sehr konkreten Angriffe Triefenbachs nicht an. Im Publikum setzte sich die Meinung durch, dass der frühere Rechner von den vielfältigen Aufgaben eines Kassenwarts, der einen laufenden Geschäftsbetrieb zu bewältigen hat, überfordert war und in jedem Falle ein halbes Jahr vor der Krise im geschäftsführenden Vorstand um Beistand hätte bitten müssen.

Eigene Soma-Mannschaft geplant

Im Übrigen verlief die Sitzung ruhig. Diana Cue wurde als zweite Kassenwartin bestätigt, Dieter Pletzer als zweiter Schriftführer, Max Wagenbach als zweiter Spielausschusschef, Anja Klimke als zweite Vereinshausleiterin. Wernfried Fürtig wurde zum Revisor gewählt. Vorsitzender Bardo Nebel berichtete von einer erfolgreichen Saison, dem Straßenfest, der Kerb und dem Oktoberfest. Wagenbach erläuterte den Spielbetrieb mit der ersten Mannschaft als Tabellenführer. Gennaro Marino lobte den großen Zuspruch bei der Jugendarbeit. Erstmals sei eine Mädchenmannschaft angemeldet worden. Thomas Jablanowsky sprach von der Spielgemeinschaft der Soma mit der Turn- und Sportgemeinde Ober-Wöllstadt und den Bemühungen um eine eigene Soma-Mannschaft. (Fotos: udo)

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