29. Dezember 2017, 20:11 Uhr

Melodienreigen mit starken Emotionen

29. Dezember 2017, 20:11 Uhr
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Von Georgia Lori
Graf Boni weiß, wie man feiert. (Foto: geo)

Zum 70-jährigen Bestehen der Konzertdirektion Schmidtke hat Evelyne Schmidtke-Lennert, Produzentin und künstlerische Leiterin des Tourneetheaters, das Orchester, Ballett und den Chor der Johann-Strauss-Operette Wien nach Bad Nauheim geholt. Gegeben wurde die Operette »Die Csárdásfürstin«, die am 17. November 1915 im Johann-Strauß-Theater in Wien uraufgeführt wurde. Petra Giacalone, die seit einigen Jahren als Dirigentin in der Konzertdirektion tätig ist, war erstmals als musikalische Leiterin verantwortlich. Die Operette in drei Akten von Emmerich Kálmán fand im voll besetzten Jugendstiltheater statt. »Wir haben zuvor in Erding und Garmisch-Partenkirchen gespielt«, erzählt Schmidtke-Lennert bei einem Glas Sekt und Wiener Spezialitäten hinter der Bühne. Die gebürtige Wienerin absolvierte ein Gesangsstudium und nahm Schauspielunterricht im Konservatorium der Stadt Wien. 1995, nach dem Tod ihres Mannes Erich Schmidtke übernahm sie das Unternehmen und führt es bis heute.

Mit einer List zum Glück

In der Kurstadt erwartete die begeisterten Zuhörer ein Melodienreigen mit starken Emotionen. Die über 100 Jahre alte Operette wirkt temperamentvoll. Als der Vorhang sich öffnet, erhält das Publikum Einblick in das »Orpheum«, ein elegantes Nachtlokal in Budapest. Sylva Varescu alias Anna Baxter gibt ihre Abschiedsvorstellung, weil sie auf Tournee nach Amerika gehen wird. Fürstensohn Edwin Lippert-Weylersheim, gespielt von Giorgio Valenta, will Sylva heiraten und versucht, ihre Abreise zu verhindern. Doch für ihn ist eine aristokratische Ehe mit seiner Cousine Comtesse Anastasia (Stasi) vorgesehen. Angela Wandraschek übernimmt Stasis Rolle. Edwin gibt Sylva ein schriftliches Eheversprechen. Doch dann zeigt Edwins Freund Graf Boni in der Rolle von Branimir Agovi Sylva die Verlobungsanzeige. Sie fühlt sich betrogen und reist ab. Am Ende greift Boni zu einer List, um Edwin zu dessen Glück zu verhelfen. Auffallend an der Operette ist das kunstvoll gestaltete Bühnenbild und die tollen Kostüme, die das Publikum nach Wien und Budapest zur Wende des 20. Jahrhunderts entführen. Kálmáns Musik bot nicht nur Tanzrhythmen, sondern auch leidenschaftliche Lieder und beschwingte Melodien, die einige Zuhörer leise mitsangen. Da gab es »Ganz ohne Weiber geht die Chose nicht«, »Machen wir’s den Schwalben nach« oder »Das ist die Liebe« zu hören. Insgesamt sechs Balletteinlagen vermittelten Esprit. Das Publikum erlebte Spielkultur und Spaß, Melancholie und Freude. Die Bühnenbilder wechselten vom Nachtlokal in Budapest zum großen Saal der fürstlichen Residenz in Wien bis zu einem Wiener Hotel. Für die diesjährige Produktion konnte Andrea Schwarz erstmals als Regisseurin gewonnen werden. Nera Nicol, die seit 2009 festes Ensemblemitglied der Konzertdirektion ist, wirkt als Choreographin.

Im neuen Jahr kommt die Konzertdirektion Schmidtke mit der Produktion »Der Zigeunerbaron« nach Bad Nauheim zurück. Termin ist der 28. Dezember 2018. Mehr Informationen gibt es im Internet unter www.konzertdirektion-schmidtke.de.



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