05. Dezember 2018, 19:53 Uhr

»Meister, Schüler, Meisterschüler«

05. Dezember 2018, 19:53 Uhr
Die Weidigschüler freuen sich mit den Verantwortlichen über die neue Ausstellung an ihrer Schule. Zum 20-jährigen Bestehen der Galerie 511 werden Zeichnungen von Hubert Soltau und »Ink«.gezeigt. (Foto: pv)

Gut besucht war am vergangenen Donnerstagabend der Raum 511 im Weidiggymnasium, und so konnte Schulleiterin Anette Pfannmüller viele Interessierte zur Ausstellungseröffnung »Meister, Schüler, Meisterschüler« begrüßen. Ausgestellt zum 20-jährigen Bestehen der Galerie 511 wurden Zeichnungen von Hubert Soltau und »Ink«.

Hubert Soltau, 37 Jahre Kunstlehrer an der Weidigschule und Gründer der Galerie 511, und seine frühere Schülerin »Ink«waren beide anwesend und erzählten im Verlauf des Abends einiges zu ihren sehenswerten Zeichnungen. Pfannmüller betonte in ihrer Begrüßungsrede, dass dieses von Soltau ins Leben gerufene und später von seiner Nachfolgerin Gudrun Salz fortgeführte Projekt ein wichtiger Bestandteil der Weidigschule sei. Hier können Schülerinnen und Schüler Künstler einladen, Ausstellungskonzepte erstellen, abwägen, welche Arbeiten gezeigt werden sollen, die Ausstellung von der Gestaltung der Plakate und Einladungen bis hin zur Hängung bzw. Stellung der Arbeiten organisieren und schließlich die Vernissage ausrichten. Das sei gelebter Projektunterricht, auf den die Schule sehr stolz sei.

Gudrun Salz begrüßte zunächst auch noch einmal alle Anwesenden. Besonders freue sie sich darüber, dass der Vorstandsvorsitzende des Bundeselternbeirates, Stephan Wasmuth, seinen Weg nach Butzbach gefunden und Interesse an der Ausstellung habe. Geehrt seien sie und die Mitglieder der AG, dass die beiden Künstler ihre Arbeiten und die Konzeption der Ausstellung ihnen anvertraut haben. Interessant sei auch, dass die Ausstellung zweier Meister mit einer Schülerausstellung privater Werke kombiniert werden konnte, die im Foyer zu bewundern seien.

Aus 14 Mitgliedern bestehe die AG zur Zeit, die sich sehr interessiert und engagiert an die Vorbereitungen und die Durchführung der Ausstellung gemacht hätten: Alisa Folchert, Sabina Topor, Laura Engel, Tobias Krausgrill, Bahar Yilmaz, Rabia Gül, Emine Ipkin, Celine Gerspach, Ben Krappatsch, Felicia Knapp, Laura Pfeiffer und Lukas Möhler, seit Kurzem dabei Zeynep Yoldas und Dascha Bem. Wie schon vorher die Schulleiterin bedankte sich Salz bei allen, die die Durchführung solch einer Ausstellung unterstützen. Besonderer Dank ging an den Förderverein der Weidigschule, der die Finanzierung übernommen hatte.

Schwierigkeiten am Anfang

Nun kamen die beiden Künstler zu Wort. Zunächst berichtete Soltau von den anfänglichen Schwierigkeiten seine Idee einer sozusagen schuleigenen Galerie durchzusetzen. Er bedankte sich bei dem ebenfalls anwesenden, ehemaligen Schulleiter Reiner Laasch für seine Unterstützung und Hilfe. Auf eine Frage aus dem Publikum, warum er nicht auch eine Künstlerlaufbahn eingeschlagen habe, antwortete er: »Ich fand mich nicht gut genug.« Nach seiner Pensionierung könne er sich aber voll und ganz seiner Leidenschaft widmen. Er arbeitet nach Fotos aus Zeitungen, die er verändert. Sein Auswahlkriterium: Bilder, die ihn ästhetisch berühren aber auch erschrecken. Die von ihm ausgestellten Bilder machten das eindrücklich deutlich.

Mit 40 Jahren hat »Ink« ihren gelernten Beruf als Bankkauffrau aufgegeben und sich ganz der Kunst verschrieben. Nicht ganz unschuldig an diesem gravierenden Schritt seien ihr Mann und Hubert Soltau. Auch nach dem Ende der Schulzeit habe sie als Ausgleich abends gemalt und gezeichnet und den Kontakt zu Soltau nie verloren. Aber erst der von ihm und ihrem Mann initiierte Besuch bei einer Frankfurter Galeristin vor 12 Jahren habe ihr den Mut gegeben ihr Hobby zum Beruf zu machen. Den Mensch zeichnerisch zu erarbeiten steht im Mittelpunkt ihres Tuns. An der ehemaligen Schule auszustellen sei wie ein Heimkommen.

Wer sich die Zeichnungen der beiden Künstler anschauen möchte, hat dazu noch bis zum 14. Dezember Gelegenheit. Die Öffnungszeiten sind von Montag bis Freitag während der Unterrichtspausen, Donnerstags 18 bis 20 Uhr und nach Vereinbarung unter 0 60 33/9 11 70 oder Galerie511@web.de.

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