14. August 2018, 20:10 Uhr

Kino-Planung

Mehrere Bewerber für neues Kino in Friedberg

Friedberg ohne Kino – damit soll es bald vorbei sein. Die Stadt will nahe des Elvis-Kreisels eine Nachfolgelösung für das abgerissene Kino in der Bismarckstraße. Wie ist der aktuelle Stand?
14. August 2018, 20:10 Uhr
Auf diesem Areal nahe des Elvis-Kreisels in Friedberg soll ein Kino entstehen. (Foto Nici Merz)

Seit gut einem halben Jahr gibt es in Friedberg kein Kino mehr. Das Kinocenter an der Bismarckstraße schloss Ende Januar als letztes von ehemals drei Lichtspielhäusern in der Kreisstadt. Ohne Kino wird die rund 29 000 Einwohner zählende Stadt aber nicht bleiben. Nachdem das noch unter Altbürgermeister Michael Keller (SPD) Ende November 2017 eingeleitete Interessenbekundungsverfahren mehrere Investoren auf den Plan gerufen hatte, hat die Stadt mit einigen potenziellen Betreibern gesprochen und ihre Konzepte gesichtet. Noch im August will sie nun von denjenigen Bewerbern, die es in die engere Wahl geschafft haben, ein Kaufpreisangebot für die vorgesehene Fläche einholen.

Argumente: THM und junge Familien

Die befindet sich an der Frankfurter Straße unweit des Elvis-Presley-Kreisels und ist, Stellplätze eingerechnet, rund 12 500 Quadratmeter groß (großes Foto). Gegenüber befindet sich die ehemalige US-Kaserne, in der in den nächsten Jahren ein neues Stadtquartier entstehen soll. Als Bodenrichtwert für das auserkorene Kino-Areal hatte die Kommune 125 Euro pro Quadratmeter aufgerufen. Ob die gesamte Fläche bebaut wird, ist jedoch offen. Laut Lena Herget von der städtischen Wirtschaftsförderung müssen die Interessenten dem Rathaus mitteilen, wie viel Quadratmeter sie benötigen, um ihr Vorhaben zu verwirklichen. Wie viele Bewerber es in die engere Wahl geschafft haben, möchte man im Rathaus zurzeit nicht preisgeben.

Dafür, dass Friedberg wieder Kinostandort werden sollte, gibt es gute Gründe. Die Technische Hochschule Mittelhessen (THM) hat dort einen Campus; viele der Studierenden leben in Friedberg oder der Umgebung. Auf dem einstigen Kasernenareal, das einen Katzensprung entfernt ist, werden mit hoher Wahrscheinlichkeit vor allem junge Familien ein Zuhause finden – wann auch immer das sein wird, ziehen sich die Verhandlungen der Stadt mit der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben doch beträchtlich in die Länge. Schließlich hat die Kreisstadt mit den 12 500 Quadratmetern eine verkehrsgünstig gelegene Fläche, die man von der Bundesstraße 3 aus in wenigen Minuten erreicht. Sobald der Kinobetreiber feststehe, werde man die Bauleitplanung mit ihm »in enger Zusammenarbeit« fortführen, erklärt Bauamtsleiterin Christiane Pfeffer. Bereits im Februar 2010 hatten die Stadtverordneten beschlossen, einen Bebauungsplan für das Areal aufzustellen. Er sei bislang aber nicht weiterverfolgt worden, weil es keine anderweitigen geeigneten Nutzer dafür gegeben habe, berichtet Pfeffer. Beim Bauamt hat er deshalb noch den Status eines Vorentwurfs. Das ganze Prozedere mit Offenlage und der Beteiligung von Öffentlichkeit und Behörden wird also noch folgen.

Die Stadt will ein modernes Kino mit mehreren Sälen, einem abwechslungsreichen Angebot und Gastronomie, so viel steht fest. Angesichts des prominenten Standorts am Ortseingang reicht das alleine aber nicht. Es solle auch eine »identitätsstiftende Architektur« haben. (Foto: Nici Merz)

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