25. September 2017, 20:08 Uhr

Martin Luther und die Musik

25. September 2017, 20:08 Uhr
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Aus der Redaktion

Im Jubiläumsjahr der Reformation entstand in der evangelischen Kirche nun ein Abendlob der anderen Art: Statt eher besinnlicher Texte stellte Pfarrer Lothar Berger viele Infos über Martin Luther, seine Zeit und seine Musik vor.

Luther und die Musik gehören zusammen: »Schon in seiner schwierigen Jugend suchte er Trost in der Musik und während seines schweren Gangs zum Reichstag nach Worms, wo er seine Lehre widerrufen sollte, sang und spielte er mit seiner Laute in den Herbergen«, berichtete der Pfarrer. »Das biblisch Wort muss durch den Gesang unter den Leuten bleiben«, soll Luther gesagt haben. Ursprung seiner ersten Lieder sei der alte Friedensruf »Da pacem domine« (»Gib Frieden, Herr«) gewesen. Entsprechend rahmten Lieder mit der Bitte um Frieden den Abendgottesdienst ein. »Verleih uns Frieden gnädiglich« war Luthers dringender Ruf um Hilfe und Frieden, als 1529 katholische Stände, der Papst und der Kaiser den Krieg gegen die Protestanten erklärten. »Die für uns fremdartig anmutenden Texte, die von Kämpfen, Streiten, Wehr und Waffen handeln, entspringen der heftigen Bitte, in Zeiten der kriegerischen Auseinandersetzungen zum Frieden zu finden«, erklärte Berger.

Der Chor unter der Leitung von Hannelore Hartenstein sang zunächst einen Satz von Bach und danach die eindringliche Bitte um Frieden in der Vertonung von Hugo Distler von 1933. Ein weiteres Lied aus der Feder Martin Luthers, das später in das erste Gesangbuch, das sogenannte Achtliederbuch, einging, war »Ach Gott, vom Himmel sieh darein«. Da das Lied selten gesungen wird, erwies sich die Unterstützung durch den Kirchenchor und Michael Fischer an der Orgel als hilfreich. Im Lied »Aus tiefer Not schrei ich zu dir« kam Luthers Lehre gut heraus, dass allein durch Gottes Gnade und nicht durch gute Taten der Weg ins Himmelreich geebnet wird. »Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort« war ein weiteres Lutherlied, das von der Bitte um Schutz vor Krieg geprägt ist. »Luthers Lieder wurden zu seiner Zeit als Rüstkammer und Waffen gegen die Bedrohung durch Papst und Kaiser empfunden und verbreiteten sich durch geheimes Singen und durch fahrende Sänger in Windeseile«, wusste Berger.

Zum Segen schlugen Pfarrer und Chor den Bogen zurück zum Eingangsthema. Der Chor sang »Verleih uns Frieden gnädiglich« in der Version von Mendelssohn Bartholdy und zum Abschluss in einer modernen Bearbeitung, die Michael Schösser auf dem Saxofon begleitete.



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