01. März 2018, 19:17 Uhr

Man spürt den Atem der Wölfe im Nacken

01. März 2018, 19:17 Uhr
Niklas Bönsch vom Wolfgang-Ernst-Gymnasium Büdingen (Mitte) ist Sieger im Kreisentscheid Wetterau Süd des bundesweiten Vorlesewettbewerbs. Ihm zur Seite stehen der Zweitplatzierte Manuel Ebert (l.) und die Drittplatzierte Laetizia Düdden (r.).

Die Jury machte es spannend, ließ sich nach der zweiten Vorleserunde viel Zeit mit der Entscheidung. Doch am Ende stand der Sieger fest: Niklas Bönsch, Schüler der Klasse 6d am Wolfgang-Ernst-Gymnasium Büdingen, ist der Sieger des Vorlesewettbewerbs aller Schulsieger beim Kreisentscheid Wetterau Süd.

In einem Kopf-an-Kopf-Rennen hat er sich im Friedberger Bibliothekszentrum Klosterbau gegen 14 Mitbewerber durchgesetzt. Neben seiner Familie gratulierten dem frischgebackenen Erstplatzierten, der in seiner Freizeit im U 12-Team des Tennisclubs Büdingen spielt, die stellvertretende Leiterin des Bibliothekszentrums, Stephanie Roser, sowie Organisatorin Sabine Coldehoff, Inhaberin der mobilen Buchhandlung »Lesehorizont«.

Manuel Ebert auf Platz zwei

Coldehoff hatte den Kreisentscheid, der wie der gesamte bundesweite Vorlesewettbewerb unter der Schirmherrschaft der Stiftung Börsenverein des Deutschen Buchhandels steht, bereits zum sechsten Mal in Kooperation mit dem Bibliothekszentrums ausgerichtet und führte durch das Programm. »Wir küren außerhalb der offiziellen Wertung immer auch einen zweiten und dritten Platz«, erläuterte sie im Gespräch, »und alle Teilnehmer erhalten für ihr Engagement eine Urkunde und ein Buchgeschenk.«

Auf Platz zwei landete Manuel Ebert, Schulsieger der Augustinerschule Friedberg, der für seinen Vortrag Paul Maar und dessen fröhlichen Bestseller »Eine Woche voller Samstage« gewählt hatte, Platz drei nahm Laetizia Düdden ein, Schulsiegerin am Georg-Büchner-Gymnasium in Bad Vilbel, die eine berührende Episode aus Susanna Tamaros Familiensaga »Geh, wohin dein Herz dich trägt« vortrug.

Niklas Bönsch hatte seinen großen und kleinen Zuhörer mit einer Passage aus »Kevins Reise« von Fantasy-Autor Wolfgang Hohlbein auf Anhieb in den Bann gezogen. Man glaubte förmlich, den Atem der Wölfe im Nacken zu spüren, die Kevin von Locksley, Halbbruder von Robin Hood, verfolgen.

Während das Publikum sich wohl mehrheitlich wünschte, Niklas würde nicht nur die obligatorischen drei Minuten, sondern länger lesen, machte sich die Jury Notizen. Vorjahressiegerin Martha Dröge, Bibliotheksmitarbeiter Michael Kliehm, der Journalist Florian Jung sowie Vorlese-Expertin Petra Kleinholz kam es gemäß den offiziellen Regeln des Vorlesewettbewerbs genau auf diese Faszination an: »Beim Vorlesewettbewerb geht es darum, einen Text allein mit der Stimme als Ausdrucksmittel zum Leben zu erwecken«, heißt es in den Statuten. »Entscheidend für die Bewertung ist, inwieweit es dem Kind gelingt, sein Publikum zu erreichen und für das vorgestellte Buch zu interessieren.«

Erschwert wurde diese Aufgabe in Runde zwei, als eine Seite unbekannter Text gelesen werden musste; hier handelte es sich um eine Passage aus »Feo und die Wölfe« von Katherine Rundell. Doch auch diese Herausforderung meisterte Niklas Bönsch mit Bravour.

»Seid bitte nicht traurig, wenn Ihr nicht platziert seid«, wandte sich Vorjahressiegerin Martha Dröge vor der Bekanntgabe der Entscheidung an alle teilnehmenden Kinder, die ihre Lieblingsbücher mit Herzblut vorgestellt hatten. »Es kann nur einen geben, der weiterkommt, und das ist in diesem Fall Niklas Bönsch. Aber die Entscheidung war nicht leicht, denn Ihr wart alle sehr gut und habt uns mit euren Büchern und Themen fasziniert.«

Niklas Bönsch nimmt nun bis Ende April am Bezirksentscheid teil, diesem folgt der Landesentscheid, und dem dortigen Sieger steht der Weg zum Finale des Vorlesewettbewerbs in Berlin offen, das am 20. Juni 2018 stattfindet. Weitere Informationen unter www.vorlesewettbewerb.de.

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