13. Januar 2019, 18:45 Uhr

Große Show

Magische Momente beim Neujahrs-Varieté in Bad Nauheim

Das 17. Internationale Neujahrsvarieté im Bad Nauheimer Jugendstiltheater lässt die Zuschauer staunen Es gibt rasende Motorräder, farbenprächtige Papageien, atemberaubende Akrobatik.
13. Januar 2019, 18:45 Uhr
Alessio Fochesato begeistert mit den zauberhaften Flugkünsten seiner Papageien. (Fotos: hau)

Eben noch sind alle Augen auf die Bühne gerichtet, als plötzlich das Saallicht anspringt. Bunte Papageien gleiten über Hunderte Köpfe und landen auf einem strahlenden jungen Mann im Publikum. Augenblicke später taucht Alessio Fochesato mit seinen gefiederten Freunden vorne im Rampenlicht auf. Mit ihren Flugkünsten erobern sie die Herzen des Publikums.

Überhaupt sind es offenbar die stilleren magischen Momente, die beim 17. Internationalen Neujahrs-Varieté der Ovag besonders unter die Haut gehen. Wie beispielsweise die zauberhaften Sandmalereien von Katrin Weißensee. Ihr habe die blutjunge Artistin Rabia Ahmadi aus Afghanistan besonders imponiert, erzählt eine treue Varieté-Besucherin. Inmitten hoch dekorierter Artisten vor derart großem Publikum aufzutreten, bedeute für das zarte Mädchen sicher enorm viel. Sich für eine Lieblingsnummer zu entscheiden, falle gleichwohl schwer. »Sie sind alle Weltklasse.«

Warum das Neujahrs-Varieté der Ovag mittlerweile weltweit einen herausragenden Ruf genießt, dürfen heuer über 33 000 Besucher hautnah erleben. Im Jugendstiltheater des Dolce Bad Nauheim gibt es bis zum 4. Februar 47 Vorstellungen mit großer Licht- und Tonshow. Den künstlerischen Leitern Andreas Matlé und Anne Naumann mit ihrem Team ist einmal mehr eine exzellente Traumreise durch Artistik, Clownerie und Zauberkunst gelungen – packend, prickelnd und poetisch zugleich. Conférencier Topas wickelt das Publikum augenzwinkernd um die Finger. Ohne seine eigene Kunst unter den Scheffel zu stellen, breitet Thomas Fröschle, wie der preisgekrönte Zauberer aus dem Schwabenländle im wahren Leben heißt, 45 Artisten aus 14 Nationen die roten Teppiche aus.

Mit einem Knaller geht das Neujahrs-Varieté an den Start, und man ist erleichtert, dass die rasenden Kugeln der feurigen Gauchos gut an Ketten befestigt sind. Unfassbare Fliehkräfte ziehen auch an Carlo Triberti, einem Bild von einem Mann auf Rollschuhen, wenn er seine Nancy im Höllentempo um sich wirbelt. Auch Elenea Busnelli wird herumgewirbelt: Auf einer Drehscheibe, derweil ihr Partner Jacomo Sterza mit Messern nach ihr wirft – oder mit Pfeil und Bogen schießt.

Eine Symbiose aus Muskelkraft und Anmut bieten bei ihren Hebefiguren die drei rumänischen X-treme Brothers ebenso wie das weibliche Duo Yingling aus China. Wenn Dimitri Stauberti dann seine Nancy auf einer silbernen Stange bis hoch unter die Decke hievt, hält der Saal den Atem an – und ist froh, dass die Artistin mit einem Seil gesichert ist. Schwerelos schwebt Anastasia Makeeva durch die Lüfte, und man ahnt, warum die anmutige Tuchtrapez-Artistin zu den höchst dekorierten weltweit gehört.

Den Titel »Zirkusprinzessin« erobert Romina Micheletty mit graziler Verbiege- und Tanzkunst spätestens dann, wenn sie mit elegantem Hüftschwung 30 goldene Reifen um ihren Körper sausen lässt. Zu Zehnt auf einem einzigen Fahrrad betören die bezaubernden Artistinnen vom Chinesischen Nationalzirkus. Zu den Publikumslieblingen zählen die Black Blues Brothers, wenn die fünf Männer aus Kenia unter rhythmischem Applaus ein bodenakrobatisches Feuerwerk zünden. Ungläubiges Staunen macht sich breit, sobald Strahlemann & Söhne aus Berlin jonglierenderweise die Kleider tauschen. Helfen möchte man Otto Wessely, dem König der komischen Zauberer, wenn er mit seiner Ehefrau Christa keine parodistische Peinlichkeit auslässt.

Höllenkreise mit 80 km/h

Adrenalin pur bieten schließlich Diorios Splitglobe mit ihrem todesmutigen Motorradspektakel: Wenn die vier Brasilianer mit 80 Sachen in einem gigantischen Gitterglobus ihre Höllenkreise drehen, sich der Stahlkäfig dann horizontal teilt, ringen die Zuschauer nach Luft – und klatschen begeistert Beifall, sobald sich die Steilwandfahrer am Bühnenrand vor ihren Bewunderern verneigen. Wie ein Mann erhebt sich das Publikum Augenblicke später und spendet entfesselt Applaus, wenn sich zum Finale Künstler, Funkenregen, Glitzerschlangen und Luftballons auf die Bühne und in den Saal ergießen und sich die magischen Momente in der Revue tief unter die Haut graben. Magische Momente, auf die nicht zuletzt auch die heimischen Klinik-Clowns setzen, die rund ums Varieté mit roten Nasen für ihre gute Sache werben.

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