07. November 2018, 19:21 Uhr

Lyrik und sanfte Gitarrenklänge

07. November 2018, 19:21 Uhr
Die Begleitung ihrer musikalischen Lesung übernimmt Frauke Ahlers selbst an der Gitarre. (Foto: cor)

Gedichte, die einen durchs Leben begleiten: Vielen Menschen fallen da gleich Verse berühmter Dichter oder Schriftsteller wie Erich Kästner oder Rainer Maria Rilke ein. Oft wird man auch zufällig auf beeindruckende Verse aufmerksam, die von Autoren verfasst wurden, die einem bislang unbekannt waren und überraschen. Die Autorin und Journalistin Frauke Ahlers begeistert sich schon seit ihrer Kindheit für die Lyrik. Werke ihrer Lieblingsdichter präsentierte sie nun dem Publikum am Sonntag im Studio 18 in der Karlstraße. Dazu kamen die Gäste auch in den Genuss eigener verfasster Gedichte der Autorin.

Die Begleitung der musikalischen Lesung übernahm Frauke Ahlers erneut selbst an der Gitarre. Zum zweiten Mal war sie zu Gast im gemütliche Studio 18 von Konstantin Zobel, welcher ihr bei der Auswahl der passenden Melodien hilfreich zur Seite stand.

Den Blick richtete Frauke Ahlers diesmal auf die Zeit, welche sich wie ein roter Faden durch die Auswahl ihrer lyrischen Texte zog.

»Der November ist schon sehr düster«, so die Autorin, die dazu passend Verse aus Kästners letztem Gedichtband »Die 13 Monate« vortrug.

Mit einer spanischen Melodie, die mit einer Fröhlichkeit, aber auch schwerer Tiefe erklang, unterstrich Ahlers schließlich Werke des Nobelpreisträgers Pablo Neruda. Auf die kubanische Dichterin Dulce María Loynaz hingegen sei Frauke Ahlers zufällig aufmerksam geworden, als sie die Biografie von Hanna Schygulla gelesen habe. Zu den Versen um einen fließenden Fluss wählte sie hier eine verträumte, melancholische Melodie.

Die Dichterin Ingeborg Bachmann begleite Frauke Ahlers bereits seit ihrer Jugendzeit. Noch heute sei sie fasziniert von Bachmanns Werken. Mit einem Wiegenlied leitete sie hier von Bachmanns Versen »Abends frag ich meine Mutter« hin zu ihrem eigenen Werk »Kinderspiel«. Mit Chopin ergänzte Ahlers im Anschluss Rainer Maria Rilkes »Wenn es nur einmal so ganz stille wäre«.

Autorin Silke Scheuermann aus Frankfurt zählt zu den Lyrikern und Romanschreibern der heutigen Zeit. Sie weiß, wie Poetik entsteht und schafft es anschaulich und präzise, ganz verschiedene Welten zu schildern, wie Ahlers erklärte. Verdeutlicht wurde dies schließlich mit Versen der »Möwe«.

Lebe heute und jetzt

Auch wenn die Zeit gerade einen düsteren November beschert, so gibt es auch genügend Momente der Fröhlichkeit. Privat ist Frauke Ahlers da auf den »Hund gekommen«, der ihr seit einem Jahr große Freude bereite. Was könnte daher musikalisch besser passen als der Titel »Happiness«? Heiter gestaltete die Autorin und Verlegerin des Lotte-Verlags dazu auch ihren zweiten Programmteil mit eigenen Werken.

»Zeit ist das, was vergeht«, hat Mario Adorf einmal gesagt. »Drum lebe ich heut, lebe ich jetzt« beendete Frauke Ahlers die musikalische Lesung, mit der sie den Gästen einen tristen Novembertag erhellte.

Schlagworte in diesem Artikel

  • Erich Kästner
  • Gedichte
  • Gitarrenklänge
  • Hanna Schygulla
  • Ingeborg Bachmann
  • Journalisten
  • Kindheit
  • Kunstwerke
  • Lyriker
  • Mario Adorf
  • Melodien
  • Pablo Neruda
  • Rainer Maria Rilke
  • Bad Nauheim
  • Corinna Weigelt
  • Schlagwort zu
    Meine Themen

    Sie haben bereits 15 Themen gewählt

    Sie folgen diesem
    Thema bereits

Klicken Sie auf ein Schlagwort, um es zu „Meine Themen” hinzuzufügen oder weitere Inhalte dazu zu sehen.


0
Kommentare | Kommentieren

Bilder und Videos

Kommentare

Kommentar hinzufügen