15. März 2018, 17:00 Uhr

»Tod im Labor«

Lokalkrimi: »Ein ganz normaler Kommissar«

Der Tatort ist direkt vor der Haustür, in der eigentlich beschaulichen Wetterau. Hier ermittelt Kommissar Kalli Wetz. Erschaffen hat ihn Kreispressesprecher Michael Elsaß. Nun gibt es einen neuen Fall.
15. März 2018, 17:00 Uhr
»Ein Krimi ist einfach sehr gut geeignet, andere Geschichten zu transportieren«, sagt Michael Elsaß. Und es sind die etwas anderen Geschichten aus der Wetterau, die er in seinen Krimis erzählt. (Foto: nic)

Lokalkrimis erfreuen sich großer Beliebtheit. Sie veröffentlichen bereits Ihren dritten Krimi. Hätten Sie anfangs mit diesem Erfolg gerechnet?

Michael Elsaß: Lokalkrimis sind ja schon seit einigen Jahren sehr gefragt. Insofern habe ich schon erwartet, dass ein Wetterauer Kommissar auch sein Publikum findet.

Sie sind seit Jahren Pressesprecher beim Wetteraukreis. Wann kamen Sie erstmals auf die Idee, ein Buch zu schreiben?

Elsaß: Die Idee hatte ich schon sehr lange. Schreiben ist ja mein Beruf und das mache ich auch sehr gerne. Ich wollte einfach mal ausprobieren, ob ich den Atem habe, einen so langen Text zu schreiben. Das hat mir dann sehr viel Spaß gemacht. Ich bin ja ein begeisterter Leser. Immer wenn ich die letzte Seite eines Buches erreiche – zumindest wenn es sich um ein gutes Buch handelt – kommt so ein Gefühl der Leere. Man ist traurig dass das Lesevergnügen schon vorbei ist. Beim Schreiben kann ich selbst das Ende bestimmen.

Thematisch sind Ihre Bücher vielseitig. Ein Wanderführer ist dabei. Kam Ihnen die Idee zu einem Wetterau-Krimi beim Wandern?

Elsaß: Ich habe schon überlegt, was ich denn schreiben könnte. Ich finde, ein Krimi ist einfach sehr gut geeignet, andere Geschichten zu transportieren. Die konkrete Idee kam durch die teils heftig geführten Diskussion um Windräder. Jeder sieht ihre Notwendigkeit ein, nur eben nicht da, wo sie ins eigene Blickfeld geraten könnten.

Das Böse spielt also mitten in der eigentlich beschaulichen Wetterau. Wie gehen Sie bei der Recherche vor?

Elsaß: Na ja, zuerst kommt erst mal der Plot. Also im Groben das Handlungsgeschehen. Dann werden die Figuren hinzugefügt. Ich stelle mir das dann immer sehr genau vor, versuche in die verschiedenen Rollen zu schlüpfen und so die Handlung voranzubringen.

Ihre Figuren entwickeln sich weiter. Kommissar Wetz hatte Eheprobleme, ihm hilft sein bester Freund. Wie behalten Sie den Überblick über das »Leben« Ihrer Figuren?

Elsaß: So viele Figuren sind es ja nicht und bei den wichtigsten Protagonisten sehe ich ja hinter der Romanfigur noch etwas anderes, das mir immer präsent ist. So gesehen ist das also nicht so schwer.

»Tod im Labor« spielt in Bad Vilbel. Waren Sie häufig vor Ort?

Elsaß: Wir haben Freunde in Bad Vilbel, da sind wir schon recht oft. Der Nichtsesshafte Friedrich Hegel erinnert an einen Menschen, der hier unter einer Treppe des Kreishauses vor einigen Jahren gelebt hat. Ich hatte mich öfter mit ihm unterhalten und immer mal wieder etwas zum Essen mitgebracht. Über die Getränke hat er sich aber stets mehr gefreut.

Wer sind Ihre »ersten Leser« beziehungsweise Kritiker?

Elsaß: Meine erste Leserin ist meine Frau, aber ich habe auch noch einige gute Freunde, die mir kritische Rückmeldungen geben.

Was ist das Besondere an Ihren Krimis?

Elsaß: Hier ermittelt kein überengagierter Polizist, der nichts als seine Job kennt. Kalli Wetz ist ein ziemlich normaler Typ mit ziemlich normalen Problemen.

Wann schrieben Sie hauptsächlich?

Elsaß: Den ersten Krimi habe ich in einem Rutsch überwiegend in der Bahn auf dem Weg zur oder von der Arbeit geschrieben. Die beiden anderen gingen nicht so leicht und gerade bei »Tod im Labor« war viel Recherchearbeit dabei, das habe ich abends oder am Wochenende Zuhause gemacht.

Welche Reaktionen bekommen Sie vom Wetterauer Publikum?

Elsaß: Die Menschen, die zu Lesungen kommen sind meistens wohlgesinnt. Da kommt keine negative Kritik. Viele wollen wissen wie es weitergeht. Ich freue mich, wenn die Zuhörer sagen, sie haben sich die Figuren so vorgestellt, wie ich sie interpretiere.

Wird Kommissar Wetz weiter ermitteln?

Elsaß: Der Schluss von »Tod im Labor« legt es ja nahe, Kallis bester Freud ist in arger Bedrängnis. Da kann ich ihn doch nicht alleine lassen. Allerdings wird das noch ein bisschen dauern, Ich arbeite zurzeit an einem Fahrradwanderführer für die Wetterau, der soll im Niddataler Morlant-Verlag demnächst erscheinen, da ist aber noch sehr viel Arbeit zu leisten.

Info

Lesung in Echzell

»Tod im Labor« ist der dritte Krimi von Michael Elsaß. Der Autor begibt sich damit ins Heimatdorf seines Ermittlers Kalli Wetz. Man kann dem Kriminalkommissar dabei folgen, wie er zwischen ehrgeizigen Forschern, Food-Industrie und Tierversuchsgegnern nach des Rätsels Lösung sucht: Dr. Thomas Gärtner, ein genialer Wissenschaftler auf dem Weg, die drängendsten Probleme der Menschheit zu lösen, ist tot. Und wie er zu Tode kam, ist alles andere als schön. Feinde hatte der Mann genug. Kommissar Wetz ermittelt in einem akademischen Milieu, in dem er sich gar nicht wohlfühlt. Erschwert wird seine Arbeit durch private Probleme. Die Mutter erkrankt, die Tante wird verhaftet und der Sohn engagiert sich in einer dubiosen Tierschutzorganisation. Aber zum Glück steht Kalli sein bester Freund Jockel zu Seite. Und auch mit Silke, Kallis großer Liebe, scheint es wieder besser zu laufen. 8 Wer Michael Elsaß live erleben möchte, hat dazu am heutigen Donnerstag, 15. März, in Echzell Gelegenheit. Elsaß liest um 19 Uhr in der Gemeindebücherei in der Hauptstraße 172 aus »Tod im Labor«. Der Eintritt ist frei. (koe)

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